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Chicago
Kultur
Chicago, Illinois, ist eine Stadt mit einer dichten kulturellen Landschaft. Das Barack Obama Presidential Center im Jackson Park steht neben dem Chicago Pile-1 Site A, das an einen wissenschaftlichen Wendepunkt erinnert. Das Chess Records Studio erzählt von der Geburt des Chicago Blues. Kunst und Architektur prägen den Alltag – vom Block Museum of Art über die BP Bridge bis hin zu Cloud Gate im Millennium Park. Wahrzeichen wie der Chicago Theatre und die Clarence Buckingham Memorial Fountain ergänzen das Bild, das auch das Chinese American Museum und eine Brachiosaurus-Replik im Field Museum mit einschließt.
30 Orte · Chicago, Vereinigte Staaten · Redaktionell kuratiert
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Die Basilika Königin aller Heiligen erhebt sich im ruhigen Nordchicagoer Stadtteil Sauganash als beeindruckendes Beispiel gotischer Kirchenarchitektur. Die 1924 geweihte Pfarrkirche wurde von dem renommierten Architekten Henry John Schlacks entworfen und besticht durch ihre markanten Türme, aufwendigen Buntglasfenster und das harmonische Raumgefüge des Innenraums. Als Basilica minor gehört sie zu den drei Basiliken des Erzbistums Chicago und genießt damit besondere päpstliche Auszeichnung. Heute ist sie ein spirituelles Zentrum für die Pfarrgemeinde im Norden der Stadt und zieht Besucher an, die sowohl religiöse Einkehr als auch architektonische Schönheit suchen.
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Die Basilika Unserer Lieben Frau der Schmerzen (Mater Dolorosa) steht im Westteil von Chicago und wurde 1874 erbaut. Sie ist Teil des Erzbistums Chicago und trägt den Titel einer Basilica minor. Besonders bekannt ist die Kirche als Standort des nationalen amerikanischen Heiligtums des heiligen Peregrinus Laziosi, eines Franziskaners, der im Mittelalter als Patron der Krebskranken verehrt wird. Jährlich pilgern Tausende von Gläubigen in die Kirche, um vor seinem Schrein zu beten. Zusammen mit der Basilica of Saint Hyacinth und Königin aller Heiligen ist sie eine von drei Basilicae minores im Bundesstaat Illinois. Die neogotische Architektur und die feierliche Atmosphäre machen einen Besuch zu einem eindrucksvollen Erlebnis.
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Das Mary and Leigh Block Museum of Art ist das öffentliche Kunstmuseum der Northwestern University in Evanston, Illinois, und seit seiner Eröffnung 1980 kostenlos zugänglich. Gegründet durch eine großzügige Schenkung der Chicagoer Kunstsammler Mary und Leigh B. Block, orientierte sich das Museum ursprünglich an der deutschen Kunsthallen-Tradition: keine Dauersammlung, nur wechselnde Ausstellungen. Inzwischen besitzt es jedoch eine wachsende Sammlung mit mehreren Zehntausend Werken – von spätgotischen Gemälden bis zu zeitgenössischer Kunst. Das Museum ist ein lebendiger Ort für die Uni-Community und ein kostenfreies kulturelles Angebot für alle Evanston-Besucher gleichermaßen.
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Die BP Pedestrian Bridge im Chicagoer Loop-Bezirk ist mehr als eine Fußgängerbrücke — sie ist ein begehbares Kunstwerk. Frank Gehry, der mit dem Pritzker-Architekturpreis ausgezeichnete Stararchitekt, entwarf sie zusammen mit dem Jay Pritzker Pavilion im benachbarten Millennium Park; beide wurden am 16. Juli 2004 eröffnet. Die Brücke überspannt den Columbus Drive auf geschwungenem, leicht ansteigendem Weg und verbindet den Daley Bicentennial Plaza mit dem Millennium Park. Ihr auffälligstes Merkmal ist die schuppenartige Edelstahlverkleidung, die je nach Lichteinfall silbrig schimmert oder kupferfarben glänzt. Die sanfte Neigung macht sie auch für Rollstühle und Kinderwagen tauglich und lädt zum langsamen Bummeln ein — mit weitem Blick über den Grant Park und die Skyline im Rücken.
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Die lebensgroße Brachiosaurus-Replik im Field Museum of Natural History in Chicago ist eine der eindrucksvollsten Begegnungen der Stadt mit der Urzeit. Der Brachiosaurus gehörte zu den größten Landtieren der Erdgeschichte — mit einem langen Hals, der es ihm ermöglichte, Vegetation in großer Höhe zu erreichen, und Vorderbeinen, die länger waren als seine Hinterextremitäten. Die detailgetreue Nachbildung vermittelt ein unmittelbares Gefühl für die schiere Größe dieser Tiere des Oberjura. Das Field Museum selbst ist eines der führenden Naturkundemuseen der Welt und beherbergt neben dieser Replik zahlreiche originale Fossilien und wissenschaftliche Sammlungen.
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Der Buckingham-Brunnen im Grant Park ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Chicagos und gilt als einer der größten Springbrunnen der Welt. 1927 eingeweiht und zu Ehren von Kate Sturges Buckingham gewidmet, wurde er von dem Architekten Edward H. Bennett nach dem Vorbild des Latona-Brunnens in Versailles entworfen. Die zentrale Wassersäule schießt bis zu 46 Meter in die Höhe, umgeben von vier symbolischen Seepferden. Von Mai bis Oktober ist der Brunnen abends beleuchtet und bietet stündlich eine Licht- und Wassershow — ein Erlebnis, das tausende Besucher anzieht. Der Brunnen ist eingebettet in den weitläufigen Grant Park direkt am Lake Michigan und bietet einen der schönsten Stadtblicke Chicagos.
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Chess Records war eines der einflussreichsten Plattenlabels in der Geschichte der amerikanischen Populärmusik. Gegründet 1950 von Leonard und Phil Chess in Chicago, Illinois, wurde das Label zur Geburtsstätte des Chicago Blues, des Rhythm & Blues und des frühen Rock 'n' Roll. Im Studio auf der South Michigan Avenue nahmen Legenden wie Muddy Waters, Chuck Berry, Howlin' Wolf, Bo Diddley und Etta James auf. Die Aufnahmen, die dort entstanden, prägten den Sound einer ganzen Ära und beeinflussten Generationen von Musikern weltweit – darunter die Rolling Stones und die Beatles, die Chess-Künstler als ihre größten Vorbilder nannten. Heute ist das historische Gebäude Teil des Blues Heaven Foundation Museums, das die Erinnerung an Chess Records und seine Künstler lebendig hält. Der Ort gilt als heiliger Boden der amerikanischen Musikgeschichte.
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Die Chicago Blackhawks 75th Anniversary Sculpture wurde zum 75-jährigen Jubiläum der Chicago Blackhawks enthüllt, einem der ältesten und erfolgreichsten Eishockeyfranchises der NHL. Die Blackhawks wurden 1926 gegründet und zählen zu den sogenannten Original Six — den sechs Gründungsmitgliedern der modernen NHL-Ära. Die Skulptur würdigt diese lange Geschichte und dient als Treffpunkt für Fans rund um die United Center Arena. Sie ist ein typisches Beispiel für öffentliche Sportdenkmäler in amerikanischen Großstädten, die Vereinsidentität im Stadtraum verankern.
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An einem unscheinbaren Waldweg im Naturschutzgebiet Red Gate Woods südlich von Chicago liegt eine der geschichtsträchtigsten Stellen des 20. Jahrhunderts. Hier — unter dem Tarnnamen „Site A" — sind die radioaktiven Überreste der ersten Atomreaktoren der Menschheit vergraben: Chicago Pile-1, 2 und 3. Im Dezember 1942 löste Enrico Fermi mit Chicago Pile-1 unter den Tribünen des Stagg Field an der Universität Chicago die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion der Geschichte aus. Die Reaktoren wurden später hierher verlegt und schließlich einbetoniert. Eine schlichte Gedenktafel markiert den Ort. Das Gelände steht unter Aufsicht des Energieministeriums und ist nach wie vor leicht radioaktiv — eine stille, verstörende Erinnerung daran, wie die Welt sich damals verändert hat.
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Das Chicago Theatre öffnete 1921 und gehört zu den prächtigsten erhaltenen Kinopalästen der USA. Das Gebäude im französischen Barockstil wurde von den Architekten Rapp & Rapp entworfen und fasste ursprünglich über 3.000 Zuschauer. Das sechsgeschossige Vestibül mit Marmortreppen und vergoldeten Decken gilt als eines der aufwändigsten Kinofoyers seiner Zeit. Nach einer Phase des Verfalls wurde das Haus in den 1980ern restauriert und dient heute als Konzert- und Veranstaltungsort. Das rot leuchtende Marquee-Schild an der State Street ist eines der ikonischsten Stadtbilder Chicagos.
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Das Chinese American Museum of Chicago beleuchtet die Geschichte und Gegenwart der chinesischen Gemeinschaft in den USA, mit besonderem Fokus auf den Mittleren Westen. Es öffnete im Mai 2005 in Chicagos Chinatown, wurde nach einem verheerenden Brand 2008 vorübergehend geschlossen und nach umfangreichen Renovierungsarbeiten 2010 wiedereröffnet. Die Ausstellungen decken Themen von der frühen Arbeitsmigration und den diskriminierenden Chinese Exclusion Acts bis hin zu zeitgenössischer Kunst und Community-Initiativen ab. Das Museum versteht sich als kulturelle Brücke: Es richtet sich gleichermaßen an die chinesisch-amerikanische Diaspora, die ihren Wurzeln nachspüren möchte, wie an alle Besucher, die mehr über Chicagos ethnische Vielfalt erfahren wollen.
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Cloud Gate — im Volksmund „The Bean" — ist eine polierte Edelstahlskulptur des britisch-indischen Künstlers Anish Kapoor im Herzen des Millennium Park in Chicago. Die bohnenförmige Skulptur misst 20 mal 13 Meter, wiegt 110 Tonnen und hat keinen einzigen sichtbaren Schweißnaht. Ihre hochglanzpolierte Oberfläche spiegelt die Skyline Chicagos und den Himmel in verzerrter, faszinierender Form — ein Effekt, der Besucher in Scharen anzieht. Unter dem Bauch der Skulptur befindet sich eine konkav geschwungene Öffnung, die das Spiegelbild nochmals bricht. Cloud Gate wurde 2006 offiziell enthüllt und zählt seitdem zu den meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der USA.
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Eternal Silence — zu Deutsch: Ewige Ruhe — ist eine der beeindruckendsten Friedhofsskulpturen der Vereinigten Staaten. Der amerikanische Bildhauer Lorado Taft schuf die überlebensgroße Bronzefigur 1909 als Grabmonument für Dexter Graves auf dem Graceland Cemetery in Chicago. Die verhüllte, gesichtslose Gestalt ragt auf schwarzen Granitblöcken empor und scheint alle Fragen über Leben und Tod in sich aufzusaugen — ohne eine Antwort zu geben. Deshalb trägt sie auch den Beinamen „Statue of Death". Das Denkmal zählt zu den meistfotografierten Objekten des Graceland Cemetery, einem der bedeutendsten Gartenfriedhöfe Nordamerikas, auf dem auch viele bekannte Chicagoer Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
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Das Field Museum of Natural History in Chicago gehört zu den größten und bedeutendsten Naturkundemuseen der Welt. 1893 zur Weltausstellung gegründet, residiert es heute in einem neoklassizistischen Prachtbau direkt am Michigansee im Grant Park. Auf fünf Stockwerken und über 85.000 Quadratmetern beherbergt es mehr als 40 Millionen Objekte – darunter Sue, das vollständigste bekannte Skelett eines Tyrannosaurus rex, ägyptische Mumien, die Rekonstruktion der Inside Ancient Egypt-Galerie und Exponate zur Naturgeschichte der Erde. Mehr als 500 festangestellte Mitarbeiter und ein Jahresbudget von über 50 Millionen US-Dollar machen es zu einem der professionellsten Museen der Welt. Einen kompletten Rundgang in einem Tag zu absolvieren gilt als kaum möglich.
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Das Flight 191 Memorial in Chicago erinnert an eine der größten Luftfahrtkatastrophen der amerikanischen Geschichte. Am 25. Mai 1979 stürzte eine McDonnell Douglas DC-10 der American Airlines kurz nach dem Start vom O'Hare International Airport ab. Alle 271 Menschen an Bord sowie zwei weitere Personen am Boden kamen ums Leben. Das Unglück war bis heute der tödlichste Flugunfall auf US-amerikanischem Boden. Das schlichte Denkmal nahe der Unglücksstelle bietet einen stillen Ort des Gedenkens für Angehörige und Besucher, die den Opfern Respekt zollen möchten.
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Das Museum of Broadcast Communications (MBC) in Chicago ist ein gemeinnütziges Museum, das der Geschichte und Gegenwart von Radio und Fernsehen gewidmet ist. 1987 gegründet, sammelt und bewahrt es historische wie zeitgenössische Rundfunkinhalte und macht sie über Ausstellungen, Archiv, Screenings und Bildungsprogramme zugänglich. Bis Oktober 2017 beherbergte das MBC auch die National Radio Hall of Fame. Das Museum befindet sich im Herzen Chicagos und richtet sich sowohl an Medienfachleute als auch an Besucherinnen und Besucher, die neugierig auf die Entwicklung von Massenmedien in den USA sind.
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