Hl. Nikolaus
Jöhstadt
Die Abbazia di San Galgano ist eine der eindrucksvollsten Klosterruinen Italiens — eine gotische Zisterzienserkirche aus dem frühen 13. Jahrhundert, die heute ohne Dach unter freiem Himmel steht. Der Bau begann 1201 auf Initiative des Zisterzienserklosters San Galgano und orientierte sich an den strengen Architekturprinzipien des Ordens: klare Linien, spitze Bögen, keine bildnerische Dekoration. Im ausgehenden 15. Jahrhundert verfiel das Kloster nach Söldnerangriffen und Pestepidemien rasch; das Dach des Langhauses stürzte 1786 endgültig ein und wurde nie wiederaufgebaut. Auf einem nahen Hügel befindet sich die Rotonda di Montesiepi, eine romanische Kapelle, in der ein Schwert im Fels steckt — das angebliche Schwert des Heiligen Galgano Guidotti, der es dort um 1180 als Zeichen seiner Abkehr von der Gewalt versenkt haben soll. Heute wachsen Gras und Wildblumen durch das offene Kirchenschiff, und das toskanische Licht fällt ungehindert durch die leeren Fensterbögen — eine Kulisse, die Fotografen, Filmemacher und Stille-Suchende gleichermaßen anzieht.
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