Araxa
Oinoanda
Ada Kaleh war eine kleine Donauinsel nahe der rumänischen Stadt Orșova — und zugleich eine der unwahrscheinlichsten osmanischen Enklaven Europas, die bis ins 20. Jahrhundert hinein türkisches Alltagsleben, eine Moschee und Tabakläden beherbergte. Obwohl das Osmanische Reich 1878 formal aus dem Donauraum verdrängt wurde, blieb die Insel kulturell türkisch geprägt und wurde erst 1923 offiziell Rumänien zugesprochen. Ihr Ende kam nicht durch Krieg oder Politik, sondern durch Beton: Ab 1968 wurden die etwa 600 türkischen Bewohner zwangsabgesiedelt, um dem Stausee des rumänisch-jugoslawischen Kraftwerks Eisernes Tor I zu weichen. 1971 versank die Insel endgültig im Rückstau der Donau. Heute erinnert nichts Sichtbares an sie — kein Mauerrest ragt aus dem Wasser, kein Schild markiert die Stelle. Wer den genauen Punkt auf der Donau überquert, fährt über eine unsichtbare Stadt.
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