Bahnhof Kokura
Ube
Der Hauptbahnhof Kaliningrads wurde 1929 als Königsberg Hauptbahnhof der ostpreußischen Metropole errichtet — ein charakteristisches Beispiel expressionistischer Backsteinarchitektur der Weimarer Republik. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel die Stadt an die Sowjetunion, wurde in Kaliningrad umbenannt, und der Bahnhof erhielt seinen heutigen russischen Namen. Heute steht in großen Lettern „Juschny Woksal" (Südbahnhof) über dem Haupteingang — eine Bezeichnung, die noch aus der sowjetischen Umbenennung stammt und neben dem offiziellen Namen Kaliningrad-Passaschirski fortbesteht. Als eingetragenes regionales Kulturdenkmal Russlands ist das Empfangsgebäude eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse der deutschen Stadtbaugeschichte Königsbergs. Wer heute von hier aus in Richtung Moskau oder Vilnius fährt, passiert einen der ungewöhnlichsten Identitätsbrüche europäischer Bahnhofsarchitektur.
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