Lacus Curtius
Rom
Ein ungewoehnlicher Grabbau aus dem spaeten 1. Jahrhundert vor Christus, der direkt neben der Porta Maggiore an der Kreuzung von Via Praenestina und Via Labicana steht. Der Bauherr Marcus Vergilius Eurysaces war ein freigelassener Sklave und reich gewordener Grossbaecker, der mit dem Grab seine eigene und seiner Frau Atistia Karriere monumentalisierte. Die kreisrunden Oeffnungen in der Fassade sollen Brotteig-Knetmaschinen oder Mehlmessgefaesse darstellen, ein Fries oben zeigt Szenen aus der Brotproduktion vom Kornmessen bis zum Backen. Aufgefunden wurde das Grab erst 1838, als Papst Gregor XVI. mittelalterliche Tuerme an der Porta Maggiore abreissen liess. Es zeigt das Selbstbewusstsein der freigelassenen Mittelschicht, die in Rom Geld machte und damit Statussymbole jenseits der Senatsaristokratie schuf. Heute ist das Grabmal frei zugaenglich und wird von Strassenbahnen und Pendlern umrundet — antike Wirtschaftsgeschichte auf einer Verkehrsinsel.
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