Amorion
Pessinus

Der Palastkomplex von Blachernai war ab dem 11. Jahrhundert die bevorzugte Residenz der byzantinischen Kaiser und übernahm damit die Rolle des Großen Palastes am Bosporus. Sichtbar erhalten ist vor allem der Tekfur Sarayı, ein dreistöckiges Gebäude aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert, das in den nordwestlichen Abschnitt der Theodosianischen Landmauer eingebettet ist. Der Ort gewann seine besondere Bedeutung durch die nahe Blachernai-Kirche mit dem berühmten Theotokos-Schrein — eine Verbindung von Kaiserresidenz und Marienverehrung, die für Konstantinopel einzigartig war. Während des Vierten Kreuzzugs 1204 wurde der Palast von den lateinischen Herrschern genutzt; nach 1453 diente er den Osmanen noch kurzzeitig, verfiel dann aber zusehends. Heute kann man auf Teilen der angrenzenden Stadtmauer entlanglaufen und hat dabei unerwartete Ausblicke über das Goldene Horn und die Istanbuler Altstadt — ein stilles, wenig überlaufenes Kontrastprogramm zur überfüllten Hagia Sophia.
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