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Geschichte

Geschichte in Barcelona

Barcelonas Geschichte reicht weit zurück: Der Abric Romaní zeugt von prähistorischer Besiedlung, während die Església de Sant Pau del Camp zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten der Stadt zählt. Die Kathedrale Santa Eulàlia und die Biblioteca de Catalunya verweisen auf das mittelalterliche Erbe, das Kapuzinerkloster Sarrià und das Casa Lleó Morera auf spätere Epochen. Der Bahnhof Estació de França, die symbolträchtigen Quatre Columnes und das Mahnmal El Fossar de la Pedrera erzählen von der jüngeren Geschichte. Ciutadella, Lesseps und Barcelona's Head vervollständigen das Bild einer Stadt, deren Vergangenheit sich im öffentlichen Raum bis heute ablesen lässt.

30 Orte · Barcelona, Spanien · Redaktionell kuratiert

  • Abric Romaní

    Abric Romaní

    Barcelona

    KulturGeheimtippsWissen

    Der Abric Romaní ist eine der bedeutendsten Neandertaler-Fundstätten Europas, gelegen in Capellades rund 50 km von Barcelona. Die Stätte datiert zwischen 70.000 und 39.000 Jahren vor heute — Neandertaler bewohnten den Felsüberhang über dem Fluss Noya über Jahrtausende. Einzigartig ist der Fund organischer Materialien: Verarbeitetes Holz hat sich hier erhalten und belegt, dass Neandertaler Werkzeuge aus Holz fertigten — ein Nachweis, der weltweit kaum anderswo möglich ist. Entdeckt 1909 von Amador Romaní. Die jüngste Schicht zeigt Aurignacien-Artefakte: frühe anatomisch moderne Menschen traten 39.000 BP an diesen Ort.

  • Augustus-Tempel

    Augustus-Tempel

    Barcelona

    ArchitekturGeheimtippsWissen+1

    Der Augustus-Tempel in Barcelona ist der eindrucksvollste Uberrest der romischen Kolonie Barcino. Die vier erhaltenen korinthischen Saulen stammen aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. und standen auf dem hochsten Punkt des Mont Taber im Zentrum der antiken Stadt. Der Tempel war wahrscheinlich Kaiser Augustus gewidmet. Er liegt versteckt im Innenhof des Centre Excursionista de Catalunya in der Gotischen Stadt und ist nur durch eine unscheinbare Tur zuganglich.

  • Biblioteca de Catalunya

    Biblioteca de Catalunya

    Barcelona

    ArchitekturKulturWissen

    Die Biblioteca de Catalunya ist die zentrale Nationalbibliothek Kataloniens und damit Gedächtnis einer der ältesten lebendigen Sprachen Europas. Gegründet 1907, bezog sie ihren heutigen Sitz im ehemaligen Hospital de la Santa Creu — einem gotischen Komplex aus dem 15. Jahrhundert, mitten im El Raval-Viertel Barcelonas. Das Gebäude allein ist eine Reise wert: steinerne Arkaden, ein lichtdurchfluteter Innenhof und prächtige Lesesäle, in denen Gelehrte und Neugierige Seite an Seite arbeiten. Die Sammlung umfasst Millionen von Dokumenten in katalanischer Sprache sowie Karten, Noten, Fotografien und Handschriften aus ganz Katalonien und den Balearen. Neben der Funktion als Forschungsinstitution bietet die Biblioteca regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen an, die auch ohne Bibliotheksausweis offen stehen.

  • Caputxins de Sarrià

    Caputxins de Sarrià

    Barcelona

    Architektur

    Das Kapuzinerkloster von Sarrià ist einer der ältesten Ordenskonvente Barcelonas. Es wurde 1578 im damals noch eigenständigen Dorf Sarrià gegründet, auf Betreiben des Consell de Cent und trotz des ausdrücklichen Widerstands von König Philipp II. Dieser historische Gründungskonflikt spricht für das starke Selbstbewusstsein der katalanischen Stadtbürgerschaft gegenüber der Krone. Der Konvent der Kapuziner – eines franziskanischen Bettelordens, der für seine asketische Lebensweise bekannt ist – hat in den Jahrhunderten seines Bestehens politische Umbrüche, Säkularisierungen und Kriege überdauert. Sarrià selbst wurde erst 1921 in Barcelona eingemeindet, sodass das Kloster heute inmitten eines der grünsten und ruhigsten Stadtteile der Metropole liegt. Der Ort vereint religiöse Geschichte mit dem entspannten Dorfcharakter, den Sarrià bis heute bewahrt hat.

  • Casa Lleó Morera

    Casa Lleó Morera

    Barcelona

    ArchitekturGeheimtipps

    Die Casa Lleó Morera am Passeig de Gràcia 35 ist eines der Hauptwerke des katalanischen Modernisme und das Ergebnis einer umfassenden Umgestaltung durch den Architekten Lluís Domènech i Montaner. Die Auftraggeberin, Francesca Morera i Ortiz, ließ das ältere Gebäude ab 1902 im Stil des Jugendstils umbauen; nach ihrem Tod 1904 setzte ihr Sohn Albert Lleó i Morera die Arbeiten fort. Das Haus gehört zum berühmten „Manzana de la Discordia" – dem „Block der Uneinigkeit" –, in dem auch die Casa Amatller (Puig i Cadafalch) und die Casa Batlló (Gaudí) stehen. Domènech i Montaner gestaltete die Fassade mit geschwungenen Keramik-Mosaiken, Blumenmotiven, Tierreliefs und verglasten Erkern von außerordentlicher Feinheit. Das Gebäude gilt als eines seiner reifsten Werke und steht heute unter Denkmalschutz.

  • Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia

    Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia

    Barcelona

    Architektur

    Die Kathedrale Heilig Kreuz und Heilige Eulalia, kurz Kathedrale von Barcelona, ist das spirituelle und historische Herz der katalanischen Hauptstadt. Am Platz Pla de la Seu im Barri Gòtic gelegen, begann ihr Bau 1298 im gotischen Stil und zog sich bis ins 15. Jahrhundert hin. Sie ist die dritte Kirche am selben Ort — ihre Vorgänger waren eine romanische Kathedrale und eine frühchristliche Basilika aus westgotischer Zeit. Besonderes Highlight ist der baumbestandene Kreuzgang mit 13 weißen Gänsen, die an die Heilige Eulalia erinnern. Der neugotische Hauptturm wurde erst 1913 vollendet.

  • Das Gesicht von Barcelona

    Das Gesicht von Barcelona

    Barcelona

    KulturNatur

    La Cara de Barcelona — das Gesicht von Barcelona — ist eine 15 Meter hohe Mosaikskulptur am Fuß der Barceloneta, direkt am Hafen. Sie stammt vom amerikanischen Pop-Art-Pionier Roy Lichtenstein und entstand 1992 anlässlich der Olympischen Sommerspiele, die Barcelona und die ganze Welt in die Stadt brachten. Lichtenstein übersetzte seinen für Comicstripes bekannten Stil in dreidimensionale Keramik: kräftige Konturen, Primärfarben, Rasterstruktur. Ausgeführt wurde die Skulptur vom Bildhauer Diego Delgado Rajado. Heute ist das Gesicht einer der markantesten Punkte auf dem Weg vom Strand in die Altstadt und zieht Kunstliebhaber wie zufällige Spaziergänger gleichermaßen an.

  • El Fossar de la Pedrera

    El Fossar de la Pedrera

    Barcelona

    El Fossar de la Pedrera – „die Grube des Steinbruchs" – ist eine Gedenkstätte innerhalb des Montjuïc-Friedhofs in Barcelona. Sie erinnert an rund 4.000 Opfer des Weißen Terrors, die während und nach dem Spanischen Bürgerkrieg erschossen und in einem Massengrab verscharrt wurden. Unter ihnen befand sich der katalanische Präsident Lluís Companys, der 1940 von Francos Regime hingerichtet wurde. Die 1985 eingeweihte Anlage ist kein klassischer Friedhof, sondern ein stiller, gestalteter Gedenkraum mit Inschriften und Symbolen des antifaschistischen Widerstands. Für viele Katalanen ist der Ort ein tief emotionaler Erinnerungsort.

  • Església de Sant Pau del Camp

    Església de Sant Pau del Camp

    Barcelona

    Architektur

    Die Església de Sant Pau del Camp gilt als älteste erhaltene Kirche Barcelonas und ist ein seltenes Beispiel romanischer Architektur inmitten der katalanischen Metropole. Das Benediktinerkloster wurde um das Jahr 1000 gegründet — erste Erwähnungen reichen bis ins 9. Jahrhundert — und liegt heute im Stadtteil El Raval, umgeben von engen Gassen und Plattenbauten. Der Name „Sant Pau del Camp" bedeutet „Heiliger Paul auf dem Feld", eine Erinnerung daran, dass die Kirche einst weit außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern lag. Der kreuzförmige Grundriss, die verzierten Kapitelle des kleinen Kreuzgangs und der schlichte Innenraum vermitteln noch heute die Stille eines frühmittelalterlichen Klosters.

  • Llotja de Mar

    Llotja de Mar

    Barcelona

    ArchitekturGeheimtipps

    Die Llotja de Mar am Passeig d'Isabel II im Barcelonaner Viertel La Ribera ist eines der bedeutendsten zivilen Bauwerke der katalanischen Gotik. Der gotische Kern – der prächtige Saló de Contractacions – entstand um 1400 als mittelalterliche Handelsbörse, in der Kaufleute des Mittelmeers ihre Geschäfte abschlossen. Die äußere Hülle wurde im 18. Jahrhundert in neoklassischem Stil erneuert, sodass sich eine seltene Schichtung zweier Epochen ergibt. Bekannt ist die Llotja auch als einstige Kunstschule Barcelonas – hier studierte Pablo Picasso als Jugendlicher. Das Gebäude beherbergt heute die Handelskammer.

  • Palau Sant Jordi

    Palau Sant Jordi

    Barcelona

    ArchitekturKulturNatur+1

    Der Palau Sant Jordi ist eine Multifunktionshalle auf dem Montjuïc in Barcelona, die 1990 für die Olympischen Spiele 1992 eröffnet wurde. Der japanische Architekt Arata Isozaki entwarf die geschwungene Stahlkuppel, die von außen wie ein flacher Hügel wirkt und innen bis zu 17.960 Zuschauer fasst. Heute ist die Halle Barcelonas größte Indoor-Arena und Austragungsort internationaler Konzerte, Sportereignisse und Kongresse. Das Gebäude gilt als Meisterwerk zeitgenössischer Sportarchitektur und ist als Kulturgut Kataloniens eingestuft.

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