Aachener Dom
Aachen
Die Aachener Domschatzkammer verwahrt einen der dichtesten Bestände mittelalterlicher Sakralkunst nördlich der Alpen — Objekte aus fast zwölf Jahrhunderten, gesammelt um den karolingischen Kern des Aachener Doms. Ihr bekanntestes Exponat ist der Karlsschrein von 1215: ein vergoldeter, figurenreicher Reliquienbehälter hochmittelalterlicher Goldschmiedekunst, der die Gebeine Karls des Großen birgt und eigens für die wachsende Pilgerströme nach Aachen gefertigt wurde. Kaum weniger ungewöhnlich ist das Lotharkreuz aus dem frühen 11. Jahrhundert — im Zentrum sitzt ein antiker Augustuskameo, ein Gemmenporträt des ersten römischen Kaisers, das ottonische Auftraggeber in einen christlichen Kontext umdeuteten. Alle sieben Jahre holt die Heiligtümerfahrt die vier Aachener Heiligtümer aus der Kammer und trägt sie öffentlich durch die Stadt — ein Pilgerbrauch, der seit dem 13. Jahrhundert bezeugt ist. Im Museum selbst begegnen Besucher karolingischen Elfenbeintafeln und Pfalzkapellengewändern, deren Entstehung ins 8. Jahrhundert reicht.
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