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Kultur

Kultur in Damaskus

Damaskus, eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt, entfaltet seine kulturelle Vielfalt an Orten wie dem Al-Azm-Palast, dem Khan Assad Basha und dem Nationalmuseum. Der Stadtteil Bab Tuma und die Kathedrale des Heiligen Georg zeugen von der christlichen Präsenz in der Stadt. Das Damaskus Opera House steht für das zeitgenössische Kulturleben, während das Abbasiyyin-Stadion gesellschaftliche Zusammenkünfte beherbergt. Ausflugsziele wie Maalula, mit seinem bis heute gesprochenen Aramäisch, Anjar und Ad-Dumair ergänzen das Bild einer Region mit tiefen historischen Wurzeln.

9 Orte · Damaskus, Syrien · Redaktionell kuratiert

  • Aaiha

    Aaiha

    Damaskus

    ArchitekturNaturGeschichte

    Aaiha ist ein kleines Dorf im Libanon, nahe der syrischen Grenze, im Intermontanbecken am Fuß des Hermon-Gebirges gelegen. Im Ort befindet sich ein römischer Tempel aus dem Jahr 92 n. Chr. – ein seltenes Zeugnis antiker Bautätigkeit in dieser abgelegenen Grenzregion zwischen dem Bekaa-Tal und dem modernen Syrien. Die Stätte liegt oberhalb eines Sees und saisonaler Feuchtgebiete, die der Landschaft einen eigentümlichen Charakter verleihen. Heute ist Aaiha ein stilles Dorf, das vor allem Geschichtsinteressierte und Naturfreunde anzieht, die die wenig besuchten Winkel des Libanons erkunden möchten.

  • Abbasiden-Stadion

    Abbasiden-Stadion

    Damaskus

    ArchitekturGeschichteAktivitäten

    Das Abbasiden-Stadion in Damaskus war für Jahrzehnte die wichtigste Fußballarena Syriens. Es fasste bis zu 30.000 Zuschauer und diente der syrischen Nationalmannschaft als Heimspielstätte. Der Bau aus den späten 1950er Jahren spiegelt den nüchternen Stil der Nachkriegsmoderne wider. Benannt nach der arabischen Abbasiden-Dynastie, verkörperte das Stadion nationalen Stolz und sportliche Identität. Aufgrund der politischen und militärischen Ereignisse in Syrien ist das Stadion seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb. Heute steht die Anlage leer – ein stilles Zeugnis besserer Zeiten im syrischen Fußball.

  • Ad-Dumair

    Ad-Dumair

    Damaskus

    ArchitekturGeschichte

    Ad-Dumair ist eine Kleinstadt rund 45 Kilometer nordöstlich von Damaskus in der syrischen Provinz Rif Dimaschq. Bekannt ist sie vor allem für ein gut erhaltenes römisches Gebäude aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr., das als eines der besterhaltenen Zeugnisse römischer Präsenz in Syrien gilt. Die Region war in der Antike ein Knotenpunkt der Handels- und Militärrouten zwischen Palmyra und Damaskus. Heute ist der Ort für Interessierte an altorientalischer Archäologie ein stiller, wenig besuchter Fundort abseits der großen Touristenströme. Aufgrund der Sicherheitslage in Syrien ist ein Besuch derzeit nicht empfehlenswert.

  • Anjar

    Anjar

    Damaskus

    NaturGeschichte

    Anjar ist eine kleine Stadt im Bekaa-Tal des Libanon nahe der syrischen Grenze, deren Bevölkerung fast ausschließlich aus armenischen Nachkommen besteht – Familien, die nach dem Armenischen Genozid hierher kamen. Direkt bei der Stadt liegen die Ruinen einer frühislamischen Umayyaden-Siedlung aus dem 8. Jahrhundert, die 1984 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurden. Das Ausgrabungsgelände zeigt eine der wenigen erhaltenen geplanten Städteanlagen aus der Umayyadenzeit: Paläste, Moschee, Hamam und ein Straßenraster in der Tradition des römischen Castrums. Die Kombination aus armenischer Gegenwartskultur und frühislamischer Ausgrabungsstätte macht Anjar zu einem ungewöhnlichen Reiseziel.

  • Ash-Shaab-Palast (Damaskus)

    Ash-Shaab-Palast (Damaskus)

    Damaskus

    ArchitekturGeschichte

    Der Ash-Shaab-Palast – bis 2024 als Präsidentenpalast bekannt – ist der offizielle Amtssitz des syrischen Staatsoberhaupts. Er liegt auf dem Dschebel Mezzeh im Westen von Damaskus, angrenzend an den Dschebel Qasiun, und überblickt die gesamte Stadt. Das Hauptgebäude umfasst rund 31.500 Quadratmeter, weitgehend mit Carrara-Marmor verkleidet, und ist von einem weitläufigen Sicherheitsgelände auf dem gesamten Plateau umgeben. Der Palast steht für die Machtarchitektur des Assad-Regimes und ist seit dem politischen Umbruch in Syrien Ende 2024 als Symbol des Wandels in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

  • Azim-Palast Damaskus

    Azim-Palast Damaskus

    Damaskus

    ArchitekturGeheimtippsWissen

    Der Azim-Palast ist ein osmanischer Prachtbau aus dem Jahr 1749, errichtet von As'ad Pascha al-Azm als private Residenz während seiner Zeit als Gouverneur von Damaskus. Er liegt in der Altstadt von Damaskus, nördlich des historischen Basars Al-Buzuriyah und unweit der Umayyaden-Moschee. Der Palast ist ein Musterbeispiel syrisch-osmanischer Hofhausarchitektur mit aufwendigen Mosaiken, bemalten Holzdecken und einem zentralen Innenhof mit Brunnen. Während des französischen Mandats nutzte ihn das französische Institut als Forschungszentrum. Heute beherbergt der Palast das Museum für syrische Volkskunst und -traditionen. Er gilt als eines der schönsten erhaltenen Privathäuser aus osmanischer Zeit im gesamten Nahen Osten.

  • Bab Tuma

    Bab Tuma

    Damaskus

    ArchitekturGeschichteGeheimtipps

    Bab Tuma – das Thomastor – ist eines der sieben historischen Stadttore der Altstadtmauer von Damaskus und liegt im Nordosten der Altstadt. Das Tor geht auf römische Stadtplanung zurück, wurde aber in islamischer Zeit mehrfach umgebaut und befestigt. Weit mehr als ein Mauerrest ist Bab Tuma heute der Name eines lebendigen christlichen Stadtviertels, das seit Jahrhunderten fast ausschließlich von syrischen Christen verschiedener Konfessionen bewohnt wird. Zwischen alten Kirchen, kleinen Restaurants und engen Gassen vermittelt das Viertel einen Eindruck des Zusammenlebens, das die Vielfalt der Levante geprägt hat.

  • Kathedrale des Heiligen Georg (Damaskus)

    Kathedrale des Heiligen Georg (Damaskus)

    Damaskus

    ArchitekturGeschichte

    Die Kathedrale des Heiligen Georg im Stadtviertel Bab Tuma ist seit 1959 der offizielle Sitz des Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien. Sie liegt im nordöstlichen Teil der Damaszener Altstadt, einem seit Jahrhunderten von Christen verschiedener Gemeinschaften bewohnten Viertel. Amtierender Patriarch ist Ignatius Aphrem II. Die Kirche ist nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch Symbol der Kontinuität des christlichen Lebens in Damaskus – einer der ältesten christlich besiedelten Städte der Welt. Das Gebäude selbst ist bescheiden; die Bedeutung liegt in seiner Funktion.

  • Maalula

    Maalula

    Damaskus

    GeschichteGeheimtipps

    Maalula ist ein kleines Dorf im syrischen Qalamun-Gebirge, rund 56 km nordöstlich von Damaskus. Es ist eines von nur drei Dörfern weltweit, in denen noch Neuwestaramäisch gesprochen wird – eine direkte Nachfolgersprache des Aramäischen, der Sprache Jesu. Rund 70 % der Einwohner sind Christen, was sich in alten Klöstern und Kirchen widerspiegelt, darunter das Kloster Mar Sarkis, das auf eine frühe christliche Kultstätte des 4. Jahrhunderts zurückgeht. Das Dorf liegt in eine schroffe Felslandschaft eingebettet und ist auf der UNESCO-Tentativliste für das Weltkulturerbe. Der syrische Bürgerkrieg hat Teile Maalulas schwer beschädigt, doch viele Einwohner sind zurückgekehrt.

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