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Geschichte

Geschichte in Damaskus

Damaskus trägt seine Geschichte in Stein und Straße. Das Stadttor Bab ash-Sharqi und das christliche Quartier rund um Bab Tuma zeugen von Jahrhunderten des Zusammenlebens verschiedener Kulturen. Das Bimaristan des Nur ad-Din erinnert an mittelalterliche Medizin und Gelehrsamkeit, während die Zitadelle von Damaskus die wechselvolle Herrschaft über die Stadt verkörpert. Der Bab al-Saghir-Friedhof, der Ash-Shaab-Palast und das Konvent der Heiligen Thekla ergänzen das Bild einer Stadt, deren Schichten von Anjar bis Ad-Dumair reichen.

13 Orte · Damaskus, Syrien · Redaktionell kuratiert

  • Aaiha

    Aaiha

    Damaskus

    ArchitekturKulturNatur

    Aaiha ist ein kleines Dorf im Libanon, nahe der syrischen Grenze, im Intermontanbecken am Fuß des Hermon-Gebirges gelegen. Im Ort befindet sich ein römischer Tempel aus dem Jahr 92 n. Chr. – ein seltenes Zeugnis antiker Bautätigkeit in dieser abgelegenen Grenzregion zwischen dem Bekaa-Tal und dem modernen Syrien. Die Stätte liegt oberhalb eines Sees und saisonaler Feuchtgebiete, die der Landschaft einen eigentümlichen Charakter verleihen. Heute ist Aaiha ein stilles Dorf, das vor allem Geschichtsinteressierte und Naturfreunde anzieht, die die wenig besuchten Winkel des Libanons erkunden möchten.

  • Abbasiden-Stadion

    Abbasiden-Stadion

    Damaskus

    ArchitekturKulturAktivitäten

    Das Abbasiden-Stadion in Damaskus war für Jahrzehnte die wichtigste Fußballarena Syriens. Es fasste bis zu 30.000 Zuschauer und diente der syrischen Nationalmannschaft als Heimspielstätte. Der Bau aus den späten 1950er Jahren spiegelt den nüchternen Stil der Nachkriegsmoderne wider. Benannt nach der arabischen Abbasiden-Dynastie, verkörperte das Stadion nationalen Stolz und sportliche Identität. Aufgrund der politischen und militärischen Ereignisse in Syrien ist das Stadion seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb. Heute steht die Anlage leer – ein stilles Zeugnis besserer Zeiten im syrischen Fußball.

  • Ad-Dumair

    Ad-Dumair

    Damaskus

    ArchitekturKultur

    Ad-Dumair ist eine Kleinstadt rund 45 Kilometer nordöstlich von Damaskus in der syrischen Provinz Rif Dimaschq. Bekannt ist sie vor allem für ein gut erhaltenes römisches Gebäude aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr., das als eines der besterhaltenen Zeugnisse römischer Präsenz in Syrien gilt. Die Region war in der Antike ein Knotenpunkt der Handels- und Militärrouten zwischen Palmyra und Damaskus. Heute ist der Ort für Interessierte an altorientalischer Archäologie ein stiller, wenig besuchter Fundort abseits der großen Touristenströme. Aufgrund der Sicherheitslage in Syrien ist ein Besuch derzeit nicht empfehlenswert.

  • Anjar

    Anjar

    Damaskus

    KulturNatur

    Anjar ist eine kleine Stadt im Bekaa-Tal des Libanon nahe der syrischen Grenze, deren Bevölkerung fast ausschließlich aus armenischen Nachkommen besteht – Familien, die nach dem Armenischen Genozid hierher kamen. Direkt bei der Stadt liegen die Ruinen einer frühislamischen Umayyaden-Siedlung aus dem 8. Jahrhundert, die 1984 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurden. Das Ausgrabungsgelände zeigt eine der wenigen erhaltenen geplanten Städteanlagen aus der Umayyadenzeit: Paläste, Moschee, Hamam und ein Straßenraster in der Tradition des römischen Castrums. Die Kombination aus armenischer Gegenwartskultur und frühislamischer Ausgrabungsstätte macht Anjar zu einem ungewöhnlichen Reiseziel.

  • Ash-Shaab-Palast (Damaskus)

    Ash-Shaab-Palast (Damaskus)

    Damaskus

    ArchitekturKultur

    Der Ash-Shaab-Palast – bis 2024 als Präsidentenpalast bekannt – ist der offizielle Amtssitz des syrischen Staatsoberhaupts. Er liegt auf dem Dschebel Mezzeh im Westen von Damaskus, angrenzend an den Dschebel Qasiun, und überblickt die gesamte Stadt. Das Hauptgebäude umfasst rund 31.500 Quadratmeter, weitgehend mit Carrara-Marmor verkleidet, und ist von einem weitläufigen Sicherheitsgelände auf dem gesamten Plateau umgeben. Der Palast steht für die Machtarchitektur des Assad-Regimes und ist seit dem politischen Umbruch in Syrien Ende 2024 als Symbol des Wandels in das öffentliche Bewusstsein gerückt.

  • Bab-al-Saghir-Friedhof

    Bab-al-Saghir-Friedhof

    Damaskus

    Geheimtipps

    Der Bab-al-Saghir-Friedhof liegt unmittelbar südwestlich der Damaszener Altstadt, nahe dem gleichnamigen Stadttor. Er gehört zu den ältesten islamischen Friedhöfen der Welt und ist die Ruhestätte zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten der frühen islamischen Geschichte – darunter Gefährtinnen des Propheten Muhammad und Nachfahren der Familie des Propheten. Besonders für Schiiten ist der Ort ein wichtiges Pilgerziel. Die engen Gassen zwischen den Grabmonumenten sind geprägt von Andacht und dem Duft von Weihrauch; viele Gräber sind mit farbigen Kacheln und Gitterwerk geschmückt.

  • Bab Tuma

    Bab Tuma

    Damaskus

    ArchitekturKulturGeheimtipps

    Bab Tuma – das Thomastor – ist eines der sieben historischen Stadttore der Altstadtmauer von Damaskus und liegt im Nordosten der Altstadt. Das Tor geht auf römische Stadtplanung zurück, wurde aber in islamischer Zeit mehrfach umgebaut und befestigt. Weit mehr als ein Mauerrest ist Bab Tuma heute der Name eines lebendigen christlichen Stadtviertels, das seit Jahrhunderten fast ausschließlich von syrischen Christen verschiedener Konfessionen bewohnt wird. Zwischen alten Kirchen, kleinen Restaurants und engen Gassen vermittelt das Viertel einen Eindruck des Zusammenlebens, das die Vielfalt der Levante geprägt hat.

  • Bimaristan des Nur ad-Din

    Bimaristan des Nur ad-Din

    Damaskus

    ArchitekturGeheimtipps

    Das Bimaristan des Nur ad-Din im Herzen der Damaszener Altstadt ist das älteste erhaltene mittelalterliche Krankenhaus der Stadt und gilt als eines der bedeutendsten seiner Art in der islamischen Welt. Erbaut 1154 von dem zengidischen Sultan Nur ad-Din, diente es Jahrhunderte lang als Heilanstalt für Körper und Geist. Das Gebäude gehört zu einem religiös-sozialen Komplex mit Moschee und Mausoleum des Stifters. 1975 restauriert, beherbergt es heute das Museum für Medizin und Wissenschaft in der arabischen Welt. Die üppig verzierten Iwane und der begrünte Innenhof vermitteln noch heute eine Ahnung der ursprünglichen Würde des Gebäudes.

  • Jupitertempel Damaskus

    Jupitertempel Damaskus

    Damaskus

    GeheimtippsMystik

    Der Jupitertempel in Damaskus repräsentiert eine der ältesten Schichten des religiösen Gedächtnisses der Stadt. Erbaut von den Römern ab der Regierungszeit des Augustus im 1. Jahrhundert n. Chr. auf den Fundamenten eines älteren Tempels für Hadad-Ramman und den griechischen Zeus, war er einer der großartigsten Sakralbauten des römischen Orients. Im 4. Jahrhundert wurde der Tempel zu einer christlichen Kirche umgewandelt; im 8. Jahrhundert entstand an gleicher Stelle die berühmte Umayyaden-Moschee. Einige der mächtigen Säulen des ursprünglichen Tempeleingangs stehen noch heute und ragen aus der Altstadt heraus – stille Zeugen dieser langen religiösen Kontinuität.

  • Kathedrale des Heiligen Georg (Damaskus)

    Kathedrale des Heiligen Georg (Damaskus)

    Damaskus

    ArchitekturKultur

    Die Kathedrale des Heiligen Georg im Stadtviertel Bab Tuma ist seit 1959 der offizielle Sitz des Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien. Sie liegt im nordöstlichen Teil der Damaszener Altstadt, einem seit Jahrhunderten von Christen verschiedener Gemeinschaften bewohnten Viertel. Amtierender Patriarch ist Ignatius Aphrem II. Die Kirche ist nicht nur religiöses Zentrum, sondern auch Symbol der Kontinuität des christlichen Lebens in Damaskus – einer der ältesten christlich besiedelten Städte der Welt. Das Gebäude selbst ist bescheiden; die Bedeutung liegt in seiner Funktion.

  • Kloster der Heiligen Thekla

    Kloster der Heiligen Thekla

    Damaskus

    Das Kloster der Heiligen Thekla in Maalula, Syrien, ist eines der bedeutendsten christlichen Wallfahrtsorte im Nahen Osten. Die Grotte der Heiligen Thekla – einer frühen Christin aus dem 1. Jahrhundert, Schülerin des Apostels Paulus – gilt als heiliger Kern der Anlage; das heutige Kloster wurde 1935 um diese Grotte errichtet. 2013 besetzten islamistische Kämpfer das Dorf, entführten zwölf Nonnen und verwüsteten das Kloster schwer. Nach umfangreicher Restaurierung konnte es 2018 wiedereröffnet werden. Das Dorf Maalula ist heute eines der letzten Orte weltweit, in denen Aramäisch noch lebendig gesprochen wird.

  • Maalula

    Maalula

    Damaskus

    KulturGeheimtipps

    Maalula ist ein kleines Dorf im syrischen Qalamun-Gebirge, rund 56 km nordöstlich von Damaskus. Es ist eines von nur drei Dörfern weltweit, in denen noch Neuwestaramäisch gesprochen wird – eine direkte Nachfolgersprache des Aramäischen, der Sprache Jesu. Rund 70 % der Einwohner sind Christen, was sich in alten Klöstern und Kirchen widerspiegelt, darunter das Kloster Mar Sarkis, das auf eine frühe christliche Kultstätte des 4. Jahrhunderts zurückgeht. Das Dorf liegt in eine schroffe Felslandschaft eingebettet und ist auf der UNESCO-Tentativliste für das Weltkulturerbe. Der syrische Bürgerkrieg hat Teile Maalulas schwer beschädigt, doch viele Einwohner sind zurückgekehrt.

  • Qubbat al-Khazna (Brautminarett)

    Qubbat al-Khazna (Brautminarett)

    Damaskus

    Architektur

    Qubbat al-Khazna ist ein achteckiges Bauwerk auf acht wiederverwendeten römischen Säulen im Innenhof der Großen Umayyadenmoschee in Damaskus. Errichtet um 789, diente es ursprünglich als Schatzkammer der Moschee – der Name bedeutet wörtlich „Kuppel des Schatzes". Möglicherweise wurden dort auch Steuereinnahmen der Region verwahrt. Die Kuppel ist reich mit Mosaiken verziert, die das hohe handwerkliche Niveau frühislamischer Baukunst bezeugen. Das Bauwerk ist ein kleines, aber faszinierendes architektonisches Detail innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes der Damaszener Altstadt.

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