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Geschichte

Geschichte in Budapest

Budapest trägt seine Geschichte in Schichten: Im Norden der Stadt erinnern Aquincum, das Aquincum Museum sowie das zivile und das militärische Amphitheater an die römische Provinzhauptstadt Pannonia inferior. Im mittelalterlichen Burgviertel thront die Budaer Burg hoch über der Donau, während die Zitadelle den Blick über beide Stadthälften freigibt. Sakrale Vielfalt zeigt sich in der Bethlen-Platz-Synagoge und der Synagoge in der Dózsa-György-Straße. Der Deák Ferenc tér verbindet die Epochen der Moderne mit dem Stadtzentrum, und der Keleti-Bahnhof steht für das Gründerzeitfieber des 19. Jahrhunderts. Die Elisabeth-Brücke schließlich verbindet all diese Zeitschichten buchstäblich miteinander.

30 Orte · Budapest, Ungarn · Redaktionell kuratiert

  • 0-km-Stein

    0-km-Stein

    Budapest

    ArchitekturKulturGeheimtipps+1

    Der 0-km-Stein ist eine 3 Meter hohe Kalksteinskulptur des ungarischen Bildhauers Miklós Borsos, enthüllt 1975 nahe der Széchenyi-Kettenbrücke. Er markiert den Kilometernullpunkt Ungarns, von dem alle Straßenentfernungen im Land gemessen werden. Borsos schuf eine abstrakte Null-Ziffer mit dem eingravierten Kürzel „KM" — schlicht, fast minimalistisch, aber präzise in seiner Funktion. Ursprünglich stand die Skulptur am Eingang der Budaer Burg, wurde aber später an ihren heutigen Standort direkt beim Brückenkopf versetzt. Wer am Donauufer entlangschlendert, findet den Stein leicht übersehbar zwischen Touristenströmen — dabei ist er das geodätische Herz des ganzen Landes.

  • Aquincum

    Aquincum

    Budapest

    KulturWissen

    Aquincum war die romische Vorgangerstadt von Budapest, gegrundet ab dem fruhen 1. Jahrhundert n. Chr. am rechten Donauufer. Als Hauptstadt der Provinz Pannonia inferior war sie Sitz des Gouverneurs und einer Legionsgarnison. Aquincum wuchs zu einer Stadt von rund 40.000 Einwohnern heran, mit Thermen, Amphitheater, Aquedukt und Stadtmauern. Die ausgegrabenen Reste im heutigen III. Bezirk sind eines der bedeutendsten romischen Fundgebiete Mitteleuropas.

  • Aquincumi polgárvárosi amfiteátrum

    Aquincumi polgárvárosi amfiteátrum

    Budapest

    ArchitekturWissen

    Das Zivilamphitheater von Aquincum wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. im nordlichen Teil der romischen Zivilstadt errichtet. Es diente wie auch das sudlich gelegene Militaramphitheater dem Unterhaltungsbedarf der romischen Stadtbevolkerung. Mit einem Fassungsvermogen von rund 6.000 Zuschauern war es ein bedeutendes kulturelles Zentrum des romischen Pannoniens. Die erhaltenen Ruinen liegen im III. Bezirk von Budapest.

  • Aquincum Museum

    Aquincum Museum

    Budapest

    KulturWissen

    Das Aquincum Museum im III. Bezirk Budapests prasentiert die Geschichte und Archaologie des romischen Aquincum, der Vorgangerstadt Budapests. Es ist eine Zweigstelle des Historischen Museums Budapest und zeigt Funde aus den Ausgrabungen auf dem Gelande: Mosaike, Skulpturen, Alltagsgegenstande und Inschriften. Das Freigelande um das Museum umfasst die freigelegten Ruinen der romischen Zivilstadt.

  • Autópálya M2

    Autópálya M2

    Budapest

    Architektur

    Die Autobahn M2 ist eine ungarische Autobahn, die von Budapest nordwarts Richtung Vac verlauft und Teil der Europastrasse E77 ist. Geplant ist eine Verlangerung bis zur slowakischen Grenze.

  • Bethlen-Platz-Synagoge

    Bethlen-Platz-Synagoge

    Budapest

    ArchitekturKultur

    Die Bethlen-Platz-Synagoge steht am Bethlen Gábor tér im VII. Bezirk von Budapest, dem historischen jüdischen Viertel der Stadt. Erbaut in den 1930er Jahren im Stil des Konservatismus, gehört sie der Status-quo-ante-Gemeinde an — einer der drei Hauptströmungen des ungarischen Judentums. Das Gebäude mit seiner charakteristischen Fassade und dem Innenraum mit Empore spiegelt die reiche jüdische Kulturgeschichte Budapests wider. Budapest war einst Heimat einer der größten jüdischen Gemeinden Europas, und Synagogen wie diese zeugen heute von dieser bedeutenden Geschichte. Die Bethlen-Platz-Synagoge wird aktiv für Gottesdienste genutzt und ist Teil des lebendigen jüdischen Erbes der Stadt.

  • Budaer Burg

    Budaer Burg

    Budapest

    ArchitekturKulturGeheimtipps+1

    Hoch über der Donau thront der Budaer Burgpalast, die frühere Residenz der ungarischen Apostolischen Könige, die hier von 1265 bis 1918 residierten. Der weitläufige Komplex auf dem Burgberg ist das höchstgelegene und größte Gebäude Budapests und zählt seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach zerstört und neu aufgebaut — von den Türken besetzt, von den Habsburgern wiederhergestellt, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Heute beherbergt der Palastkomplex das Ungarische Nationalmuseum für Geschichte sowie die Nationalgalerie und bietet einen atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt.

  • Budapest Ostbahnhof

    Budapest Ostbahnhof

    Budapest

    ArchitekturGeheimtipps

    Der Bahnhof Budapest-Keleti, zu Deutsch „Ostbahnhof", ist der bedeutendste internationale Fernbahnhof der ungarischen Hauptstadt und einer der architektonisch beeindruckendsten Bahnhöfe Mitteleuropas. Erbaut zwischen 1881 und 1884 nach Plänen von János Feketeházy im Stil des historischen Eklektizismus, präsentiert das Gebäude eine mächtige Fassade mit breiter Bogenhalle, Skulpturenschmuck und Fresken, die an Kolumbus und Stephenson erinnern. Die Schalterhalle mit ihren hohen Glaskuppeln und gusseisernen Konstruktionen vermittelt noch heute den Glanz des Reisens im ausgehenden 19. Jahrhundert. Keleti ist Ausgangspunkt internationaler Züge nach Wien, Belgrad, Bukarest und Istanbul und damit die meistgenutzte Eintrittspforte in die Stadt. Für Reisende ist der Bahnhof zugleich Startpunkt und erstes großes Architekturerlebnis in Budapest.

  • Burg Vajdahunyad

    Burg Vajdahunyad

    Budapest

    ArchitekturKulturNatur

    Die Burg Vajdahunyad erhebt sich malerisch im Városliget, dem großen Stadtpark Budapests, und ist eines der faszinierendsten Beispiele historisierender Architektur Ungarns. Ursprünglich 1896 als temporäres Holzmodell für die Millenniumsausstellung – 1000 Jahre ungarische Staatsgründung – konzipiert, begeisterte das Bauwerk die Besucher so sehr, dass es von 1901 bis 1907 in dauerhafter Form aus Stein errichtet wurde. Architekt Ignác Alpár ließ sich von verschiedenen historischen Baustilen aus dem gesamten Karpatenbecken inspirieren: Romanik, Gotik, Renaissance und Barock verschmelzen in einem einzigen Gebäude zu einem faszinierenden Stilmix. Heute beherbergt die Burg das Ungarische Landwirtschaftsmuseum und bietet im Winter eine der beliebtesten Eislaufbahnen der Stadt. Vor dem Eingang steht die berühmte Statue des anonymen Chronisten „Anonymus", ein beliebtes Fotomotiv.

  • Burgviertel

    Burgviertel

    Budapest

    ArchitekturGeheimtippsWissen+1

    Das Burgviertel thront auf dem Burgberg im I. Stadtbezirk Budapests und zählt zu den eindrucksvollsten historischen Ensembles Mitteleuropas. Der alte Budaer Stadtkern erstreckt sich vom Wiener Tor bis zum Szent György tér und birgt Kirchen, Paläste und verwinkeltes Gassen aus dem Mittelalter. Obwohl das Viertel im Zweiten Weltkrieg und bereits einmal zuvor fast vollständig zerstört wurde, stand es anschließend wieder auf — diesmal mit seinem charakteristischen Barockgesicht, das heute das Stadtbild prägt. Heute ist das Burgviertel Weltkulturerbe und einer der meistbesuchten Orte Budapests: Neben dem Burgpalast laden das Fischerbastei-Panorama und Dutzende Museen zum Entdecken ein.

  • Deák Ferenc tér

    Deák Ferenc tér

    Budapest

    ArchitekturGeheimtipps

    Der Deák Ferenc tér ist der zentrale Knotenpunkt Budapests — der einzige Platz, an dem alle drei U-Bahn-Linien der Stadt zusammentreffen. Benannt ist er nach dem ungarischen Staatsmann Ferenc Deák, der im 19. Jahrhundert maßgeblich den Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 aushandelte und deshalb als „Weise der Nation" gilt. Der Platz liegt im V. Bezirk, nahe dem Donauufer, und ist von Cafés, Touristeninformationen und evangelischen sowie lutheranischen Kirchen umgeben. Für Reisende ist er das praktische Zentrum der Innenstadt: Von hier aus sind Andrássy út, die Große Synagoge und das Parlamentsgebäude in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

  • Elisabethbrücke

    Elisabethbrücke

    Budapest

    ArchitekturKulturGeheimtipps+1

    Die Elisabethbrücke ist eine der neun Straßenbrücken, die Buda und Pest über die Donau verbinden. Mit einer Länge von 290 Metern überspannt sie den Fluss zwischen dem Gellértberg auf der Budaer Seite und dem Platz des 15. März in Pest. Die heutige Brücke stammt aus dem Jahr 1964 und ist damit die jüngste der großen Budapester Donaubrücken – ein eleganter Neubau im Stil des modernen Brückenbaus, der die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorgängerin ersetzte. Vom Gehweg der Brücke bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die Burganlage, den Gellértberg und die Pester Innenstadt.

  • Felsenkrankenhaus- Atombunker-Museum

    Felsenkrankenhaus- Atombunker-Museum

    Budapest

    WissenMystik

    Tief unter dem Budaer Burgviertel erstreckt sich auf 2.300 Quadratmetern ein unterirdisches Labyrinth aus dem Zweiten Weltkrieg: das Felsenkrankenhaus. In den Felsenhöhlen unter dem Burghügel wurde während des Zweiten Weltkriegs ein geheimes Krankenhaus eingerichtet, das Verwundete versorgte, als Budapest unter Bombardements litt. Während des Ungarischen Volksaufstandes 1956 diente es erneut als Notlazarett. Im Kalten Krieg wurde die Anlage zu einem Atombunker mit eigenem Strom- und Beatmungssystem ausgebaut. Heute ist das Museum mit originalgetreuen Wachsfiguren, chirurgischen Instrumenten und rekonstruierten OP-Sälen ausgestattet. Geführte Touren enthüllen die düstere Geschichte dieser verborgenen Anlage, die für Jahrzehnte streng geheim gehalten wurde.

  • Fiumei Úti Sírkert

    Fiumei Úti Sírkert

    Budapest

    ArchitekturNatur

    Der Fiumei Úti Sírkert — früher als Kerepesi temető bekannt — ist einer der bedeutendsten Friedhöfe Ungarns und eine Art Pantheon der Nation. Seit seiner Eröffnung 1847 ist er Ruhestätte zahlreicher ungarischer Staatslenker, Dichter, Komponisten und Revolutionäre, darunter Lajos Kossuth, der Anführer des Freiheitskampfes von 1848. Prunkvolle Mausoleen, mit Efeu bewachsene Grabsteine und schattige Alleen machen ihn zu einem ungewöhnlichen Ort zwischen Trauer und Gartenkunst. Der Friedhof liegt im VIII. Stadtbezirk Józsefváros, unweit des Keleti-Bahnhofs, und ist frei zugänglich.

  • Földalatti Vasúti Múzeum

    Földalatti Vasúti Múzeum

    Budapest

    KulturGeheimtippsWissen+1

    Das Földalatti Vasúti Múzeum — auf Deutsch U-Bahn-Museum Budapest — ist ein einzigartiges Spezialmuseum, das in einem stillgelegten Abschnitt der Linie M1 untergebracht ist, der ältesten elektrischen U-Bahn auf dem europäischen Festland. Die M1 wurde 1896 zur Millenniumsfeier Ungarns eröffnet und verbindet seither den Deák tér mit dem Széchenyi Fürdő. Im Museum können Besucher historische Waggons aus verschiedenen Jahrzehnten bestaunen, Signaltechnik kennenlernen und die Geschichte des Budapester Nahverkehrs von den Anfängen bis heute nachverfolgen. Das Museum wurde 1975 eröffnet und ist heute Teil des UNESCO-Welterbes Andrássy út.

  • Franz-Liszt-Musikakademie

    Franz-Liszt-Musikakademie

    Budapest

    ArchitekturKulturWissen

    Die Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest gehört zu den renommiertesten Musikhochschulen Europas. 1875 vom Komponisten Franz Liszt selbst gegründet, beherbergt sie heute rund 900 Studierende und ist die größte Musikhochschule Ungarns. Das prächtige Jugendstilgebäude an der Liszt Ferenc tér, 1907 eingeweiht, zählt zu den schönsten Bauwerken der Stadt. Neben dem Lehrbetrieb dient es als Veranstaltungsort für Konzerte — darunter zahlreiche öffentlich zugängliche Aufführungen, die Besucher in einen der akustisch herausragenden Säle Budapests entführen. Nach umfangreicher Restaurierung erstrahlt das Gebäude heute in neuem Glanz.

  • Freiheitsstatue

    Freiheitsstatue

    Budapest

    ArchitekturAussicht

    Die Freiheitsstatue auf dem Gellértberg ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Budapests. Die 14 Meter hohe Bronzefigur — eine Frau, die einen Palmenwedel gen Himmel hält — wurde 1947 zu Ehren der Soldaten errichtet, die Ungarn am Ende des Zweiten Weltkriegs befreiten. Bildhauer war Zsigmond Kisfaludi Strobl. Die Statue ist so ausgerichtet, dass sie von fast jedem Punkt der Stadt sichtbar ist. Der Weg hinauf zum Gellértberg lohnt sich auch wegen des spektakulären Panoramablicks auf Buda, Pest, die Donau und die Kettenbrücke. Die Anlage wurde nach 1989 umgestaltet, um die sowjetische Symbolik zu entfernen, und trägt heute eine breitere Bedeutung als Mahnmal für Freiheit.

  • Friedhof Farkasrét

    Friedhof Farkasrét

    Budapest

    ArchitekturRomantik

    Der Farkasréter Friedhof im XII. Bezirk Hegyvidék gehört zu den bedeutendsten Begräbnisstätten Budapests. Seit seiner Eröffnung 1894 ist er die letzte Ruhestätte zahlreicher herausragender ungarischer Persönlichkeiten — darunter Komponisten, Schriftsteller und Künstler. Besonders beachtenswert ist die Aufbahrungshalle, die 1975 vom ungarischen Architekten Imre Makovecz im Stil seiner unverwechselbaren organischen Architektur entworfen wurde. Die holzgeschwungenen Formen erinnern an einen umgestürzten Baum und gelten als eines der wichtigsten Werke Makovecz. Der Friedhof bietet eine ruhige, fast meditative Atmosphäre und ist ein stilles Zeugnis ungarischer Kulturgeschichte.

  • Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung

    Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung

    Budapest

    KulturGeheimtippsMystik

    Die Gedenkstätte für die Opfer der deutschen Besatzung steht auf dem Freiheitsplatz in Budapest und wurde am 70. Jahrestag des Einmarschs der Deutschen Wehrmacht in Ungarn, dem 19. März 2014, eingeweiht. Das Denkmal zeigt eine Säulengruppe mit Reliefs und zwei Bronzefiguren: Ungarn als schützender Erzengel Gabriel, die deutsche Besatzung als Adler. Es ist seit seiner Errichtung stark umstritten — Kritiker sehen es als Versuch, Ungarns eigene Rolle im Holocaust zu verwischen. Gegenüber dem Denkmal haben Bürger und Überlebende einen inoffiziellen Gegenmemorial aus Fotos, Dokumenten und Steinen errichtet, der die staatliche Erzählung konterkariert.

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