Alalach
Antakya
Die Ruinen Babylons liegen am Euphrat, rund 90 Kilometer südlich von Bagdad, und markieren den Kern einer der folgenreichsten Städte der Menschheitsgeschichte. Zwischen 1800 und 140 v. Chr. war Babylon Metropole und Machtzentrum Mesopotamiens — unter Nebukadnezar II. im 6. Jahrhundert v. Chr. erreichte die Stadt mit der Prozessionsstraße, dem Ischkartor und dem Esagila-Tempelkomplex einen Höhepunkt urbanistischer Planung in Lehmziegelbauweise. Biblische Überlieferungen wie der Turmbau zu Babel und die babylonische Gefangenschaft haben die westliche Kulturgeschichte bis heute geprägt und legen sich wie eine zweite Schicht über den archäologischen Befund. Der deutsche Architekt Robert Koldewey legte die Grundlagen der Ausgrabung ab 1899 systematisch frei, was Babylon zum Modellfall der modernen Altorientarchäologie machte. Heute ist das Areal mit freigelegten Mauerzügen, rekonstruierten Torbögen und einem kleinen Vor-Ort-Museum begehbar — ein UNESCO-Welterbe seit 2019.
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