岩船寺
Kyōto
Buddhistische Kaderschmiede Japans: Das Bergkloster Enryaku-ji wurde 788 gegründet und ist UNESCO-Welterbe am Berg Hiei über Kyōto.
Das Enryaku-ji ist eines der spirituell bedeutendsten Klöster Japans. Der Mönch Saichō gründete es 788 auf dem Berg Hiei, dem natürlichen Schutzberg der damaligen Hauptstadt Heiankyō im Nordosten — der Himmelsrichtung, aus der nach japanischem Volksglauben das Böse kommt. Hier begründete Saichō den Tendai-Buddhismus in Japan, einer Tradition, die später fast allen anderen japanischen Schulen — Zen, Jōdo, Nichiren — als Ausgangspunkt diente. Das Klosterkomplex erstreckt sich über drei Zonen auf dem bewaldeten Bergrücken und umfasst Dutzende von Gebäuden, Schreine und Friedhöfe. Berühmt-berüchtigt ist das Kloster auch für seine Mönchssoldaten (Sōhei), die im Mittelalter mächtige politische Kräfte in Kyōto waren. Heute ist Enryaku-ji UNESCO-Weltkulturerbe und ein lebendiges Kloster, in dem täglich Zeremonien stattfinden.
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