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Antinoupolis

Antinoupolis war eine römische Stadtgründung auf der Ostseite des Nils, rund 300 km südlich von Kairo, gegenüber der ägyptischen Kultstadt Hermopolis Magna. Kaiser Hadrian ließ die Stadt im Jahr 130 n. Chr. an jener Stelle errichten, an der sein geliebter Günstling Antinoos beim Besuch des Kaiserhofs im Nil ertrunken war — aus Trauer und politischem Kalkül erhob Hadrian den Jüngling zur Gottheit und machte die Stadt zu einem Kultzentrum des Antinooskultes. Die Anlage folgte dem klassischen Raster einer römischen Kolonialstadt mit Kolonnaden, Triumphbogen und Hippodrom. Heute sind die Überreste weitgehend verschwunden: Im 19. Jahrhundert wurden große Teile der Ruinen als Baumaterial für umliegende Ortschaften abgetragen. Was bleibt, sind verstreute Fragmente und ein Grabungsfeld, das Archäologen bis heute Zeugnis eines außergewöhnlichen Herrscherkults liefert.

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