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Wissen & Bildung in Kiew

Kyiv bietet vielfältige Orte, an denen sich Geschichte und Wissen verbinden. Das Kyiv History Museum und das One Street Museum beleuchten den städtischen Alltag vergangener Epochen, während das Museum of Money der Nationalbank der Ukraine Einblicke in Wirtschaftsgeschichte gibt. Das Mystetskyi Arsenal und das Kyiv Arsenal verbinden Kulturerbe mit wechselnden Ausstellungen. Im A. V. Fomin Botanischen Garten lässt sich botanisches Wissen erleben. Technisch Interessierte finden mit dem IL-62, der Let L-410 Turbolet, dem SU-100-Jagdpanzer und dem S-125-Newa-Raketensystem beeindruckende Exponate unter freiem Himmel. Das Denkmal für die Magdeburger Rechte erinnert an die Rechtsgeschichte der Stadt.

15 Orte · Kiew, Ukraine · Redaktionell kuratiert

  • Arsenalwerk

    Arsenalwerk

    Kiew

    Geschichte

    Das Arsenalwerk in Kiew ist eine der altesten Fabriken der Ukraine, 1764 als zaristischer Rustungsbetrieb gegrundet. Weltgeschichtlich bekannt durch den Arsenalaufstand vom Januar 1918, als Arsenalarbeiter eine bolschewistische Insurrektion starteten und von ukrainischen Nationalisten nach dreitagigen Strassenkampfen niedergekampft wurden. Die Scharfschutzenlegende Ljudmila Pawlitschenko arbeitete hier vor dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist das historische Fabrikgelande ein Kulturzentrum.

  • Botanischer Garten „A. W. Fomin“

    Botanischer Garten „A. W. Fomin“

    Kiew

    NaturGeschichteGeheimtipps

    Der Botanische Garten „A. W. Fomin" in Kiew, oft der Alte Botanische Garten genannt, ist eine der ältesten wissenschaftlichen Gartenanlagen der Ukraine. 1839 als Teil der Fakultät Biologie der damaligen Wladimir-Universität gegründet, trägt er heute den Namen seines langjährigen Direktors Alexander Wassiljewitsch Fomin. Auf 22,7 Hektar wachsen Tausende Pflanzenarten aus allen Klimazonen der Welt, von mediterranen Kräutern bis zu sibirischen Koniferen. Der Garten ist ein beliebter Rückzugsort für Kiewer inmitten der Großstadt, besonders im Frühling zur Kirschblüte. Seit dem russischen Angriffskrieg ist er auch ein stilles Symbol für die Bewahrung von Natur und Kultur.

  • Denkmal für das Magdeburger Recht

    Denkmal für das Magdeburger Recht

    Kiew

    ArchitekturGeschichteGeheimtipps

    Das Denkmal für das Magdeburger Recht am Kiewer Ufer des Dnipro gilt als das älteste noch erhaltene Denkmal der ukrainischen Hauptstadt. Die klassizistische Säule aus weißem Stein wurde 1802 errichtet und erinnert an die Stadtrechtsurkunde, die Kiew im 15. Jahrhundert in Anlehnung an das Magdeburger Stadtrecht erhielt — eines der bedeutendsten Dokumente der mittelalterlichen Selbstverwaltung in Osteuropa. Das Denkmal steht im Rajon Podil direkt am Flussufer und verbindet Erinnerung an die Kiewer Rus, das christliche Erbe der Stadt und die Geschichte bürgerlicher Freiheiten. Der Standort bietet zugleich einen schönen Blick auf den Fluss.

  • Eine-Straße-Museum

    Eine-Straße-Museum

    Kiew

    GeschichteGeheimtipps

    Im historischen Kiewer Viertel Podil, einem der ältesten und lebendigsten Stadtteile der ukrainischen Hauptstadt, widmet sich das Eine-Straße-Museum der Geschichte einer einzigen Straße und ihrer Bewohner. Das 1991 gegründete Heimatmuseum zeigt Alltagsobjekte, Fotos und Dokumente, die vom Leben im Podil des 19. und 20. Jahrhunderts erzählen. Die unaufgeregte, persönliche Art der Präsentation macht den besonderen Reiz aus: Hier geht es nicht um große Ereignisse, sondern um die kleinen Geschichten, aus denen ein Stadtviertel besteht. Ein stiller Gegenpol zum touristischen Trubel des Podil.

  • Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank

    Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank

    Kiew

    KulturGeschichte

    Das Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank befindet sich im historischen Gebäude der Nationalbank in Kiew und wurde 2004 eröffnet. Es präsentiert die Geschichte des Geldes und des Zahlungsverkehrs auf dem Gebiet der heutigen Ukraine — von antiken Münzen und mittelalterlichen Zahlungsmitteln bis hin zu modernen Geldscheinen und Gedenkprägungen. Die Sammlung umfasst seltene numismatische Stücke, Banknoten und Dokumente, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes widerspiegeln. Ein besonderes Angebot für Besucher: der Blick hinter die Kulissen des Bankwesens und die Begegnung mit dem, was Geld eigentlich bedeutet — als Objekt, Symbol und Machtinstrument.

  • Museum der Geschichte Kiews

    Museum der Geschichte Kiews

    Kiew

    KulturGeschichte

    Das Museum der Geschichte Kiews widmet sich der Geschichte einer der ältesten Städte Osteuropas. Die Sammlung reicht von der Kiewer Rus und der Mongolenzeit über die Kosaken-Ära und die Zarenzeit bis zur Sowjetperiode und in die Gegenwart. Besondere Stärke des Museums sind archäologische Funde und Alltagsgegenstände, die das Leben in der Stadt über Jahrhunderte greifbar machen. Für Besucher, die Kyiv über seine Sehenswürdigkeiten hinaus verstehen wollen, bietet das Museum wichtige historische Zusammenhänge — auch zu aktuellen Ereignissen, die die Ukraine seit 2022 prägen.

  • Mystezkyj Arsenal

    Mystezkyj Arsenal

    Kiew

    Kultur

    Der Mystezkyj Arsenal ist ein weitläufiger Kunst- und Kulturkomplex im Kiewer Stadtteil Petschersk, untergebracht in einem historischen Arsenalgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Das Areal wurde 2006 zum Kulturzentrum umgebaut und beherbergt wechselnde Großausstellungen sowie feste Sammlungen zur ukrainischen Gegenwartskunst. 2012 fand hier die erste internationale Kunstbiennale der Ukraine, die „Arsenale", statt. Heute ist das Arsenal ein zentraler Treffpunkt der ukrainischen Kulturszene – ein Ort, der das Spannungsfeld zwischen sowjetischer Industriearchitektur und lebendiger zeitgenössischer Kunst ausleuchtet.

  • Nationales Akademisches Schauspieltheater Iwan Franko

    Nationales Akademisches Schauspieltheater Iwan Franko

    Kiew

    Kultur

    Das Nationale Akademische Schauspieltheater Iwan Franko ist das bedeutendste Schauspielhaus der ukrainischen Hauptstadt Kiew, gegründet 1920. Benannt nach dem ukrainischen Schriftsteller und Nationalhelden Iwan Franko, trägt es seinen Namen als Versprechen: ein Haus für das ukrainische Wort, die ukrainische Bühne, die ukrainische Seele. Das Repertoire umfasst nationale und internationale Klassiker; Aufführungen finden auf der Hauptbühne und in der Kammerbühne statt. Große Schauspieler wie Bohdan Beniuk und Natalija Sumska prägten das Ensemble. Das Theater steht für die Lebendigkeit der ukrainischen darstellenden Kunst – heute mehr denn je ein Symbol kultureller Widerstandskraft.

  • ZiS-5 Lastwagen

    ZiS-5 Lastwagen

    Kiew

    Geschichte

    Der ZiS-5 ist ein sowjetischer Lastkraftwagen, der ab 1932 im Sawodt imeni Stalina in Moskau gebaut wurde. In Kiew steht ein erhaltenes Exemplar als historisches Ausstellungsstück. Das Fahrzeug war einer der meistproduzierten LKW der Sowjetunion – fast eine Million Einheiten über 25 Jahre. Im Zweiten Weltkrieg spielte der ZiS-5 eine zentrale Rolle im Nachschub der Roten Armee.

  • ЗРК С-125 «Нева»

    ЗРК С-125 «Нева»

    Kiew

    KulturGeschichte

    Das S-125 Newa ist ein radargesteuertes Boden-Luft-Raketensystem aus sowjetischer Entwicklung, das ab 1961 bei den Streitkräften des Warschauer Pakts eingesetzt wurde. Es war besonders wirksam gegen tieffliegende und manövrierfähige Ziele — deutlich resistenter gegen elektronische Störmaßnahmen als seine Vorgänger. Das Kiewer Exponat steht als Zeuge der Hochrüstungsphase des Kalten Krieges.

  • Іл-62

    Іл-62

    Kiew

    KulturGeschichte

    Die Iljuschin Il-62 war das erste sowjetische Langstrecken-Strahltriebwerk-Passagierflugzeug und der weltgrößte Jet beim Erstflug 1963. Als Nachfolger der Tupolew Tu-114 nahm sie 1967 den regulären Betrieb bei Aeroflot auf und verband die Sowjetunion mit fernliegenden Zielen in Übersee. Die Produktion im Kasaner Flugzeugwerk lief bis 1999 — insgesamt 292 Maschinen. Das Kiewer Ausstellungsexemplar dokumentiert den Ehrgeiz der sowjetischen Luftfahrtindustrie, auf Augenhöhe mit westlichen Konstruktionen wie der Boeing 707 zu konkurrieren.

  • Л-410

    Л-410

    Kiew

    KulturGeschichte

    Die Let L-410 Turbolet ist ein tschechoslowakisches zweimotoriges Kurzstrecken-Transportflugzeug aus den 1970ern, weit verbreitet in der Sowjetunion und Entwicklungsländern. Für kurze Pisten ausgelegt, bediente sie regionale Routen in abgelegenen Gebieten. Das Kiewer Exemplar zeigt den pragmatischen Ostblockflugzeugbau: zuverlässig unter schwierigen Bedingungen.

  • Літак ЯК-52

    Літак ЯК-52

    Kiew

    KulturGeschichteAktivitäten

    Die Jakowlew Jak-52 ist ein sowjetisches Schulflugzeug aus den 1970ern, konzipiert für Kunstflugausbildung in der DOSAAF-Organisation. Ab 1977 in Rumänien seriengefertigt, wurde sie Standardtrainer des gesamten Ostblocks. Ihre Kunstflugeigenschaften sind noch heute wettkampftauglich — sie hat eine eigene FAI-Weltmeisterschaftsklasse.

  • САУ "СУ-100"

    САУ "СУ-100"

    Kiew

    KulturGeschichte

    Die SU-100 ist ein sowjetischer Jagdpanzer aus dem Zweiten Weltkrieg, hier als statisches Ausstellungsstück in Kiew aufgestellt. Mit ihrer 100-mm-Kanone war sie eines der stärksten Panzerjägerfahrzeuge der Roten Armee im letzten Kriegsjahr ab Januar 1945. Die Weiterentwicklung der SU-85 konnte auch die schwersten deutschen Panzer effektiv bekämpfen. Als Freiluftexponat zeigt das Fahrzeug die robuste sowjetische Maschinenbautradition der Kriegszeit.

  • Танк Т-64

    Танк Т-64

    Kiew

    ArchitekturKulturGeschichte

    Der T-64 war ein Quantensprung im sowjetischen Panzerbau: als erstes Fahrzeug weltweit kombinierte er Verbundpanzerung, ein kompaktes Triebwerk, einen Ladeautomaten und eine 125-mm-Glattrohrkanone — bei nur 38 Tonnen Gefechtsgewicht. Entwickelt in Charkiw unter Alexander Morozow, war er technisch deutlich fortschrittlicher als die parallel produzierten T-62 und T-72. Im Gegensatz zu diesen wurde der T-64 nie exportiert und diente ausschließlich in sowjetischen Panzerdivisionen.

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