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Kultur

Kultur in Kiew

Kyiws kulturelle Vielfalt spiegelt sich in einer ungewöhnlich breiten Palette von Orten wider. Das Iwan-Hontschar-Museum bewahrt ukrainisches Volkshandwerk, während das Khanenko-Museum westeuropäische und östliche Kunst vereint. Das Kyiw History Museum zeichnet die Geschichte der Stadt nach, und das Iwan-Franko-Nationaltheater steht für eine lebendige Bühnentradition. Sakrale Orte wie Askolds Grab, die Brodsky-Synagoge und die Co-Kathedrale St. Alexander zeugen von religiöser Vielfalt. Das Haus mit den Chimären überrascht mit expressivem Jugendstil, und das Mahnmal Babyn Jar erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte.

30 Orte · Kiew, Ukraine · Redaktionell kuratiert

  • Alexanderkirche

    Alexanderkirche

    Kiew

    Architektur

    Die Alexanderkirche ist der älteste und bedeutendste römisch-katholische Kirchenbau in Kiew, erbaut 1817 im klassizistischen Stil. Als Ko-Kathedrale des römisch-katholischen Bistums Kiew ist sie das Zentrum der lateinischen Kirche in der ukrainischen Hauptstadt. Die klassizistische Fassade mit Portikus unterscheidet das Gebäude deutlich von den orthodoxen Kirchenbauten der Stadt.

  • Askolds Grab (Park)

    Askolds Grab (Park)

    Kiew

    NaturGeschichteRomantik

    Askolds Grab ist ein Park im Stadtteil Petschersk in Kiew, nationaler Kulturdenkmal der Ukraine. Laut der Nestorchronik sollen hier die Waraeger-Fursten Askold und Dir begraben sein, die 882 von Furst Oleg getotet wurden. Die Rotunde-Kirche Nikolai-Kapelle aus dem 19. Jahrhundert steht uber dem mutmasslichen Grab. Der Park an der Steiluferkante uber dem Dnjepr bietet einen malerischen Blick auf den Fluss.

  • Babyn-Jar-Denkmal

    Babyn-Jar-Denkmal

    Kiew

    Geschichte

    Das Babyn-Jar-Denkmal erinnert an das größte einzelne Massaker an Juden während des Zweiten Weltkriegs. Am 29. und 30. September 1941 ermordeten SS-Einsatzgruppen und deutsche Polizeieinheiten in der Schlucht Babyn Jar am Stadtrand Kiews 33.771 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Gelände hat eine komplizierte Gedenkgeschichte: In der Sowjetzeit wurde der Mord lange verschwiegen oder nur als allgemeines Kriegsverbrechen bezeichnet. Erst nach der ukrainischen Unabhängigkeit entstanden würdige Gedenkstätten. Babyn Jar mahnt heute als eines der eindringlichsten Zeugnisse des Holocaust in Osteuropa – ein Ort des Schweigens und der Erinnerung.

  • Bajkowe-Friedhof

    Bajkowe-Friedhof

    Kiew

    ArchitekturGeschichte

    Der Baikowe-Friedhof, gegründet 1833, ist einer der ältesten und bedeutendsten Friedhöfe der Ukraine. Auf dem weitläufigen Gelände in Kiew sind Dichter, Wissenschaftler, Politiker und Helden des ukrainischen Widerstands begraben – ein Gang durch die Wege ist zugleich ein Gang durch die ukrainische Kulturgeschichte. Besonders beeindruckend sind die kunstvoll gemeißelten Grabmonumente aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die oft von namhaften Bildhauern geschaffen wurden. Der Friedhof ist für Besucherinnen und Besucher zugänglich und zieht Menschen an, die Stille suchen oder die Geschichte der Stadt in Stein lesen wollen.

  • BRDM-2

    BRDM-2

    Kiew

    Geschichte

    Der BRDM-2 ist ein vollständig amphibischer sowjetischer Spähpanzer aus der Zeit des Kalten Krieges. Er löste in den 1960er-Jahren den BRDM-1 ab und wurde in großer Stückzahl produziert. Als freistehendes Ausstellungsobjekt in Kyiw repräsentiert er einen wichtigen Teil der sowjetischen Militärgeschichte. Das Fahrzeug besitzt Allradantrieb, eine gepanzerte Wanne und war für Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben konzipiert. Im ukrainischen Kontext trägt er heute eine besondere historische Bedeutung im Spannungsfeld zwischen sowjetischem Erbe und nationaler Identität.

  • Brodsky-Synagoge

    Brodsky-Synagoge

    Kiew

    ArchitekturGeschichte

    Die Brodsky-Synagoge — auch Choral-Synagoge genannt — ist eine der ältesten und bedeutendsten Synagogen Kiews. 1898 auf Initiative des jüdisch-ukrainischen Zuckermagnaten Lazar Brodsky erbaut, besticht sie durch ihren maurisch-romantischen Stil mit orientalischen Motiven, Rundbogenfenstern und einer prachtvollen Kuppel. Im 20. Jahrhundert litt die Synagoge schwer: Sowjetbehörden nutzten das Gebäude als Puppentheater, und die jüdische Gemeinschaft Kiews wurde durch Holocaust und Emigration dezimiert. Im Jahr 2000 wurde die Synagoge feierlich als Gotteshaus wiedereröffnet und dient seither wieder der jüdischen Gemeinde als spirituelles Zentrum. Heute ist sie nicht nur ein aktiver Ort des Gebets, sondern auch ein Zeugnis der reichen jüdischen Geschichte dieser Stadt.

  • Denkmal für die Kiewer Stadtgründer

    Denkmal für die Kiewer Stadtgründer

    Kiew

    NaturGeschichte

    Das Denkmal für die Kiewer Stadtgründer steht am Ufer des Dnipro und ist eines der markantesten Wahrzeichen der ukrainischen Hauptstadt. Die am 22. Mai 1982 enthüllte Bronzeskulpturengruppe entstand zur 1500-Jahr-Feier Kiews und zeigt die legendären Gründer der Stadt: die Brüder Kij, Schtschek und Choryw sowie ihre Schwester Lybid auf einem Boot. Das Ensemble wurde in der Sowjetzeit als nationales Symbol gestaltet und hat durch den russischen Angriffskrieg seit 2022 eine neue, schwere symbolische Last erhalten — es steht nun für Kiews Willen, seine Identität und Unabhängigkeit zu bewahren.

  • Denkmal für Wladimir den Heiligen

    Denkmal für Wladimir den Heiligen

    Kiew

    NaturGeschichteAussicht

    Auf einer Anhöhe am westlichen Ufer des Dnipro steht die mächtige Bronzefigur des Fürsten Wladimir des Großen, der im Jahr 988 die Kiewer Rus zum Christentum bekehrte. Die über acht Meter hohe Statue wurde im 19. Jahrhundert errichtet und gilt als das älteste erhaltene Skulpturendenkmal in Kiew. Wladimir hält ein großes Kreuz in die Höhe, das weithin sichtbar über der Stadt leuchtet. Heute ist das Denkmal ein beliebter Treffpunkt mit weitem Blick auf den Fluss und die gegenüberliegenden Stadtteile – besonders eindrucksvoll bei Sonnenuntergang.

  • Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank

    Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank

    Kiew

    GeschichteWissen

    Das Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank befindet sich im historischen Gebäude der Nationalbank in Kiew und wurde 2004 eröffnet. Es präsentiert die Geschichte des Geldes und des Zahlungsverkehrs auf dem Gebiet der heutigen Ukraine — von antiken Münzen und mittelalterlichen Zahlungsmitteln bis hin zu modernen Geldscheinen und Gedenkprägungen. Die Sammlung umfasst seltene numismatische Stücke, Banknoten und Dokumente, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes widerspiegeln. Ein besonderes Angebot für Besucher: der Blick hinter die Kulissen des Bankwesens und die Begegnung mit dem, was Geld eigentlich bedeutet — als Objekt, Symbol und Machtinstrument.

  • Haus mit den Chimären

    Haus mit den Chimären

    Kiew

    ArchitekturMystik

    Das Haus mit den Chimären in Kiew ist eines der seltsamsten und zugleich faszinierendsten Gebäude Osteuropas. Der Architekt Władysław Horodecki ließ es 1902 im Jugendstil errichten und überzog die Fassade mit einem regelrechten Zoo aus steinernen Fantasiewesen: Nashörner, Elefanten, Frösche, Meerjungfrauen und eben Chimären drängen sich an Balkonen, Simsen und Erkern. Entstanden auf einem abschüssigen Grundstück nahe dem Kiewer Regierungsviertel, war das Haus ursprünglich Horodeckis eigener Wohnsitz. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wechselten Nutzung und Eigentümer mehrfach — zeitweise diente es dem sowjetischen Staat als Unterkunft für Staatsgäste. Heute ist es im Besitz der ukrainischen Präsidialverwaltung und wird für offizielle Empfänge genutzt; eine Besichtigung von außen bleibt aber möglich.

  • Iwan-Hontschar-Museum

    Iwan-Hontschar-Museum

    Kiew

    Geschichte

    Das Iwan-Hontschar-Museum in Kiew ist ein Volkskundemuseum und Forschungszentrum für ukrainische Volkskultur, gegründet 1993 auf Initiative des Keramikers und Kulturaktivisten Iwan Hontschar. Er machte seine Privatsammlung traditioneller ukrainischer Objekte der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bestände umfassen Trachten, Stickereien, Keramik, Ikonen und weitere Zeugnisse des ukrainischen Volkslebens. Das Museum versteht sich als Hüterin des kulturellen Erbes und betreibt aktive Forschungs- und Bildungsarbeit. In Zeiten des Krieges hat das Haus besondere symbolische Bedeutung als Ort der Bewahrung ukrainischer Identität.

  • Kiewer Zoo

    Kiewer Zoo

    Kiew

    NaturGeschichte

    Der Kiewer Zoo ist der einzige und nationale Zoologische Garten der ukrainischen Hauptstadt Kyiv, gegründet 1909 zur Zarenzeit. Auf einem Gelände von rund 40 Hektar leben etwa 2.500 Tiere aus über 270 Arten, darunter seltene Großkatzen, Elefanten und bedrohte heimische Tierarten der Osteuropäischen Steppe. Das weitläufige Gelände ist ein beliebter Ausflug für Familien und bietet neben der Tierschau auch botanische Anlagen. Auch während des russischen Angriffskriegs hat der Zoo den Betrieb weitgehend aufrechterhalten, was ihm internationale Solidarität einbrachte.

  • Kyrill-Kirche Kiew

    Kyrill-Kirche Kiew

    Kiew

    ArchitekturGeschichte

    Die Kyrill-Kirche ist ein mittelalterliches Kloster im Nordwesten des historischen Zentrums von Kiew und eines der wichtigsten Zeugnisse der Kiewer-Rus-Architektur aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche vereint das ursprüngliche romanisch-byzantinische Innenraumkonzept mit einer ukrainisch-barocken Außenfassade aus späterer Zeit. Bemerkenswert sind die erhaltenen Fresken aus dem 12. Jahrhundert sowie Ergänzungen von Michail Wrubel aus dem 19. Jahrhundert – einem der bedeutendsten russisch-ukrainischen Symbolisten. Das Ensemble steht heute unter Denkmalschutz und ist Teil des UNESCO-Welterbes der historischen Stätten Kiews.

  • Marienpalast (Mariinskyi-Palast)

    Marienpalast (Mariinskyi-Palast)

    Kiew

    ArchitekturGeschichteAussicht

    Der Marienpalast thront auf dem hohen rechten Dnjepr-Ufer in Kiew und zählt zu den schönsten Barockpalais der Ukraine. 1752 unter Zarin Elisabeth erbaut, diente er zunächst als kaiserliche Sommerresidenz und war zeitweise verlassen, bevor er restauriert wurde. Heute ist er die offizielle zeremonielle Residenz des ukrainischen Präsidenten und steht als geschütztes Baudenkmal. Das leuchtend blaue Fassadenensemble mit weißen Stuckornamenten geht auf den Architekten Bartolomeo Rastrelli zurück — denselben, der das Winterpalais in Sankt Petersburg entwarf. Unmittelbar daneben liegt das Werchowna Rada, das ukrainische Parlament, was dem Ort eine besondere politische Symbolik verleiht.

  • Museum der Geschichte Kiews

    Museum der Geschichte Kiews

    Kiew

    GeschichteWissen

    Das Museum der Geschichte Kiews widmet sich der Geschichte einer der ältesten Städte Osteuropas. Die Sammlung reicht von der Kiewer Rus und der Mongolenzeit über die Kosaken-Ära und die Zarenzeit bis zur Sowjetperiode und in die Gegenwart. Besondere Stärke des Museums sind archäologische Funde und Alltagsgegenstände, die das Leben in der Stadt über Jahrhunderte greifbar machen. Für Besucher, die Kyiv über seine Sehenswürdigkeiten hinaus verstehen wollen, bietet das Museum wichtige historische Zusammenhänge — auch zu aktuellen Ereignissen, die die Ukraine seit 2022 prägen.

  • Mystezkyj Arsenal

    Mystezkyj Arsenal

    Kiew

    Wissen

    Der Mystezkyj Arsenal ist ein weitläufiger Kunst- und Kulturkomplex im Kiewer Stadtteil Petschersk, untergebracht in einem historischen Arsenalgebäude aus dem 18. Jahrhundert. Das Areal wurde 2006 zum Kulturzentrum umgebaut und beherbergt wechselnde Großausstellungen sowie feste Sammlungen zur ukrainischen Gegenwartskunst. 2012 fand hier die erste internationale Kunstbiennale der Ukraine, die „Arsenale", statt. Heute ist das Arsenal ein zentraler Treffpunkt der ukrainischen Kulturszene – ein Ort, der das Spannungsfeld zwischen sowjetischer Industriearchitektur und lebendiger zeitgenössischer Kunst ausleuchtet.

  • Nationales Akademisches Schauspieltheater Iwan Franko

    Nationales Akademisches Schauspieltheater Iwan Franko

    Kiew

    Wissen

    Das Nationale Akademische Schauspieltheater Iwan Franko ist das bedeutendste Schauspielhaus der ukrainischen Hauptstadt Kiew, gegründet 1920. Benannt nach dem ukrainischen Schriftsteller und Nationalhelden Iwan Franko, trägt es seinen Namen als Versprechen: ein Haus für das ukrainische Wort, die ukrainische Bühne, die ukrainische Seele. Das Repertoire umfasst nationale und internationale Klassiker; Aufführungen finden auf der Hauptbühne und in der Kammerbühne statt. Große Schauspieler wie Bohdan Beniuk und Natalija Sumska prägten das Ensemble. Das Theater steht für die Lebendigkeit der ukrainischen darstellenden Kunst – heute mehr denn je ein Symbol kultureller Widerstandskraft.

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