Arsenalna
Kiew
Geschichte
Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, trägt seine Geschichte in Stein, Stahl und stiller Erinnerung. Das Goldene Tor, ein mittelalterliches Stadttor, und die Dormition Cathedral verweisen auf die tief verwurzelten Ursprünge der Stadt. An Askolds Grab und auf dem Baikower Friedhof schichten sich Jahrhunderte übereinander. Die Brodsky-Synagoge und die Galitska-Synagoge zeugen von der jüdischen Geschichte Kiews, während das Babi-Jar-Denkmal an eine der dunkelsten Episoden des Zweiten Weltkriegs erinnert. Der Bogen der Freiheit des ukrainischen Volkes und ein ausgestellter BRDM-2 markieren jüngere Kapitel einer Stadt, die sich immer wieder neu definiert.
30 Orte · Kiew, Ukraine · Redaktionell kuratiert
Kiew
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Das Arsenalwerk in Kiew ist eine der altesten Fabriken der Ukraine, 1764 als zaristischer Rustungsbetrieb gegrundet. Weltgeschichtlich bekannt durch den Arsenalaufstand vom Januar 1918, als Arsenalarbeiter eine bolschewistische Insurrektion starteten und von ukrainischen Nationalisten nach dreitagigen Strassenkampfen niedergekampft wurden. Die Scharfschutzenlegende Ljudmila Pawlitschenko arbeitete hier vor dem Zweiten Weltkrieg. Heute ist das historische Fabrikgelande ein Kulturzentrum.
Kiew
Askolds Grab ist ein Park im Stadtteil Petschersk in Kiew, nationaler Kulturdenkmal der Ukraine. Laut der Nestorchronik sollen hier die Waraeger-Fursten Askold und Dir begraben sein, die 882 von Furst Oleg getotet wurden. Die Rotunde-Kirche Nikolai-Kapelle aus dem 19. Jahrhundert steht uber dem mutmasslichen Grab. Der Park an der Steiluferkante uber dem Dnjepr bietet einen malerischen Blick auf den Fluss.
Kiew
Das Babyn-Jar-Denkmal erinnert an das größte einzelne Massaker an Juden während des Zweiten Weltkriegs. Am 29. und 30. September 1941 ermordeten SS-Einsatzgruppen und deutsche Polizeieinheiten in der Schlucht Babyn Jar am Stadtrand Kiews 33.771 jüdische Männer, Frauen und Kinder. Das Gelände hat eine komplizierte Gedenkgeschichte: In der Sowjetzeit wurde der Mord lange verschwiegen oder nur als allgemeines Kriegsverbrechen bezeichnet. Erst nach der ukrainischen Unabhängigkeit entstanden würdige Gedenkstätten. Babyn Jar mahnt heute als eines der eindringlichsten Zeugnisse des Holocaust in Osteuropa – ein Ort des Schweigens und der Erinnerung.
Kiew
Der Baikowe-Friedhof, gegründet 1833, ist einer der ältesten und bedeutendsten Friedhöfe der Ukraine. Auf dem weitläufigen Gelände in Kiew sind Dichter, Wissenschaftler, Politiker und Helden des ukrainischen Widerstands begraben – ein Gang durch die Wege ist zugleich ein Gang durch die ukrainische Kulturgeschichte. Besonders beeindruckend sind die kunstvoll gemeißelten Grabmonumente aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die oft von namhaften Bildhauern geschaffen wurden. Der Friedhof ist für Besucherinnen und Besucher zugänglich und zieht Menschen an, die Stille suchen oder die Geschichte der Stadt in Stein lesen wollen.
Kiew
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Der mächtige Titanbogen, der über Kiews Höhlenkloster-Viertel in den Himmel ragt, hat eine dramatische Vergangenheit. 1982 von der Sowjetunion als „Bogen der Völkerfreundschaft" errichtet, sollte er die unverbrüchliche Brüderschaft zwischen Russen und Ukrainern symbolisieren — ein politisches Narrativ, das 2022 mit dem russischen Überfall auf die Ukraine brutal zerbrach. Seither trägt der Bogen einen neuen Namen: Freiheitsbogen des ukrainischen Volkes. Die blecherne Inschrift wurde entfernt, sowjetische Figuren abmontiert. Geblieben ist ein imposantes Monument, das inmitten des Parks über dem Dnipro steht und einen weiten Blick auf den Fluss und die Skyline Kiews bietet — und das heute als Zeugnis des Ringens der Ukraine um ihre Identität zu lesen ist.
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Das Bohdan-Chmelnyzkyj-Denkmal auf dem Sofijiwska-Platz in Kiew ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der ukrainischen Hauptstadt. Das 1888 enthüllte Reiterstandbild zeigt den Kosakenhetman Bohdan Chmelnyzkyj, der im 17. Jahrhundert den Aufstand gegen die polnische Adelsherrschaft anführte und die Zaporoger Hetmanschaft begründete. Mit erhobenem Streitkolben scheint er auf die Ferne zu weisen — historisch interpretiert als Geste der Ausrichtung nach Russland, heute jedoch als Symbol ukrainischer Stärke und Unabhängigkeit gelesen. Das Denkmal steht unweit der Sophienkathedrale und ist ein fester Anlaufpunkt für Einheimische wie Besucher.
Kiew
Der Botanische Garten „A. W. Fomin" in Kiew, oft der Alte Botanische Garten genannt, ist eine der ältesten wissenschaftlichen Gartenanlagen der Ukraine. 1839 als Teil der Fakultät Biologie der damaligen Wladimir-Universität gegründet, trägt er heute den Namen seines langjährigen Direktors Alexander Wassiljewitsch Fomin. Auf 22,7 Hektar wachsen Tausende Pflanzenarten aus allen Klimazonen der Welt, von mediterranen Kräutern bis zu sibirischen Koniferen. Der Garten ist ein beliebter Rückzugsort für Kiewer inmitten der Großstadt, besonders im Frühling zur Kirschblüte. Seit dem russischen Angriffskrieg ist er auch ein stilles Symbol für die Bewahrung von Natur und Kultur.
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Der BRDM-2 ist ein vollständig amphibischer sowjetischer Spähpanzer aus der Zeit des Kalten Krieges. Er löste in den 1960er-Jahren den BRDM-1 ab und wurde in großer Stückzahl produziert. Als freistehendes Ausstellungsobjekt in Kyiw repräsentiert er einen wichtigen Teil der sowjetischen Militärgeschichte. Das Fahrzeug besitzt Allradantrieb, eine gepanzerte Wanne und war für Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben konzipiert. Im ukrainischen Kontext trägt er heute eine besondere historische Bedeutung im Spannungsfeld zwischen sowjetischem Erbe und nationaler Identität.
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Die Brodsky-Synagoge — auch Choral-Synagoge genannt — ist eine der ältesten und bedeutendsten Synagogen Kiews. 1898 auf Initiative des jüdisch-ukrainischen Zuckermagnaten Lazar Brodsky erbaut, besticht sie durch ihren maurisch-romantischen Stil mit orientalischen Motiven, Rundbogenfenstern und einer prachtvollen Kuppel. Im 20. Jahrhundert litt die Synagoge schwer: Sowjetbehörden nutzten das Gebäude als Puppentheater, und die jüdische Gemeinschaft Kiews wurde durch Holocaust und Emigration dezimiert. Im Jahr 2000 wurde die Synagoge feierlich als Gotteshaus wiedereröffnet und dient seither wieder der jüdischen Gemeinde als spirituelles Zentrum. Heute ist sie nicht nur ein aktiver Ort des Gebets, sondern auch ein Zeugnis der reichen jüdischen Geschichte dieser Stadt.
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Das Denkmal für das Magdeburger Recht am Kiewer Ufer des Dnipro gilt als das älteste noch erhaltene Denkmal der ukrainischen Hauptstadt. Die klassizistische Säule aus weißem Stein wurde 1802 errichtet und erinnert an die Stadtrechtsurkunde, die Kiew im 15. Jahrhundert in Anlehnung an das Magdeburger Stadtrecht erhielt — eines der bedeutendsten Dokumente der mittelalterlichen Selbstverwaltung in Osteuropa. Das Denkmal steht im Rajon Podil direkt am Flussufer und verbindet Erinnerung an die Kiewer Rus, das christliche Erbe der Stadt und die Geschichte bürgerlicher Freiheiten. Der Standort bietet zugleich einen schönen Blick auf den Fluss.
Kiew
Das Denkmal für die Kiewer Stadtgründer steht am Ufer des Dnipro und ist eines der markantesten Wahrzeichen der ukrainischen Hauptstadt. Die am 22. Mai 1982 enthüllte Bronzeskulpturengruppe entstand zur 1500-Jahr-Feier Kiews und zeigt die legendären Gründer der Stadt: die Brüder Kij, Schtschek und Choryw sowie ihre Schwester Lybid auf einem Boot. Das Ensemble wurde in der Sowjetzeit als nationales Symbol gestaltet und hat durch den russischen Angriffskrieg seit 2022 eine neue, schwere symbolische Last erhalten — es steht nun für Kiews Willen, seine Identität und Unabhängigkeit zu bewahren.
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Auf einer Anhöhe am westlichen Ufer des Dnipro steht die mächtige Bronzefigur des Fürsten Wladimir des Großen, der im Jahr 988 die Kiewer Rus zum Christentum bekehrte. Die über acht Meter hohe Statue wurde im 19. Jahrhundert errichtet und gilt als das älteste erhaltene Skulpturendenkmal in Kiew. Wladimir hält ein großes Kreuz in die Höhe, das weithin sichtbar über der Stadt leuchtet. Heute ist das Denkmal ein beliebter Treffpunkt mit weitem Blick auf den Fluss und die gegenüberliegenden Stadtteile – besonders eindrucksvoll bei Sonnenuntergang.
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Im historischen Kiewer Viertel Podil, einem der ältesten und lebendigsten Stadtteile der ukrainischen Hauptstadt, widmet sich das Eine-Straße-Museum der Geschichte einer einzigen Straße und ihrer Bewohner. Das 1991 gegründete Heimatmuseum zeigt Alltagsobjekte, Fotos und Dokumente, die vom Leben im Podil des 19. und 20. Jahrhunderts erzählen. Die unaufgeregte, persönliche Art der Präsentation macht den besonderen Reiz aus: Hier geht es nicht um große Ereignisse, sondern um die kleinen Geschichten, aus denen ein Stadtviertel besteht. Ein stiller Gegenpol zum touristischen Trubel des Podil.
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Der Fernsehturm Kiew ragt mit 385 Metern in den Himmel über der ukrainischen Hauptstadt und ist der höchste freistehende Stahlfachwerkturm der Welt – eine Rekordmarke, die er seit seiner Fertigstellung 1973 hält. Die filigrane Gitterkonstruktion aus Stahl ist ein Meisterstück sowjetischer Ingenieurskunst: Trotz des zierlichen Erscheinungsbildes ist der Turm für Windstärken bis zu 37 m/s und Erdbeben ausgelegt. Er dient als Sendestation für UKW-Radio und Fernsehen. Der Turm befindet sich im Stadtteil Syrets im Nordwesten Kiews und ist von weitem gut sichtbar. Obwohl er keine öffentliche Aussichtsplattform hat, ist er als Stadtsilhouette und Ingenieurdenkmal bemerkenswert.
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Der Galizische Platz ist ein Stadtplatz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er war bis 2023 unter dem Namen Siegesplatz oder Peremohy-Platz bekannt — die Umbenennung in Galizischer Platz erfolgte im Kontext des ukrainischen Dekommunisierungs- und Deokkupierungsprozesses, der nach dem russischen Angriff 2022 an Fahrt gewann. Der neue Name erinnert an die historische Region Galizien, die heute den Westen der Ukraine umfasst und tief in der ukrainischen nationalen Identität verwurzelt ist. Der Platz spiegelt damit die kulturelle und politische Neuausrichtung der Stadt wider, die seit 2022 intensiv an ihrer eigenständigen Identität arbeitet.
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Das Geldmuseum der Ukrainischen Nationalbank befindet sich im historischen Gebäude der Nationalbank in Kiew und wurde 2004 eröffnet. Es präsentiert die Geschichte des Geldes und des Zahlungsverkehrs auf dem Gebiet der heutigen Ukraine — von antiken Münzen und mittelalterlichen Zahlungsmitteln bis hin zu modernen Geldscheinen und Gedenkprägungen. Die Sammlung umfasst seltene numismatische Stücke, Banknoten und Dokumente, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes widerspiegeln. Ein besonderes Angebot für Besucher: der Blick hinter die Kulissen des Bankwesens und die Begegnung mit dem, was Geld eigentlich bedeutet — als Objekt, Symbol und Machtinstrument.
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Das Goldene Tor ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmäler der Ukraine und steht für die Blütezeit der Kiewer Rus. Es wurde um 1018 unter Fürst Jaroslaw dem Weisen als Haupteingang zur oberen Stadt Kiews errichtet, benannt nach dem Goldenen Tor Konstantinopels. Das mächtige befestigte Tor sollte sowohl militärischen Schutz bieten als auch die Macht und den Reichtum des Kiewer Reiches demonstrieren. Über die Jahrhunderte verfiel die Anlage, bevor 1982 eine aufwändige Rekonstruktion unter Einbeziehung der noch erhaltenen mittelalterlichen Reste abgeschlossen wurde. Heute beherbergt das Tor ein Museum zur Geschichte der Kiewer Rus und ist eines der meistbesuchten historischen Monumente der Stadt.
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Das Iwan-Hontschar-Museum in Kiew ist ein Volkskundemuseum und Forschungszentrum für ukrainische Volkskultur, gegründet 1993 auf Initiative des Keramikers und Kulturaktivisten Iwan Hontschar. Er machte seine Privatsammlung traditioneller ukrainischer Objekte der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bestände umfassen Trachten, Stickereien, Keramik, Ikonen und weitere Zeugnisse des ukrainischen Volkslebens. Das Museum versteht sich als Hüterin des kulturellen Erbes und betreibt aktive Forschungs- und Bildungsarbeit. In Zeiten des Krieges hat das Haus besondere symbolische Bedeutung als Ort der Bewahrung ukrainischer Identität.
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Der Kiewer Zoo ist der einzige und nationale Zoologische Garten der ukrainischen Hauptstadt Kyiv, gegründet 1909 zur Zarenzeit. Auf einem Gelände von rund 40 Hektar leben etwa 2.500 Tiere aus über 270 Arten, darunter seltene Großkatzen, Elefanten und bedrohte heimische Tierarten der Osteuropäischen Steppe. Das weitläufige Gelände ist ein beliebter Ausflug für Familien und bietet neben der Tierschau auch botanische Anlagen. Auch während des russischen Angriffskriegs hat der Zoo den Betrieb weitgehend aufrechterhalten, was ihm internationale Solidarität einbrachte.
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Die Kyrill-Kirche ist ein mittelalterliches Kloster im Nordwesten des historischen Zentrums von Kiew und eines der wichtigsten Zeugnisse der Kiewer-Rus-Architektur aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche vereint das ursprüngliche romanisch-byzantinische Innenraumkonzept mit einer ukrainisch-barocken Außenfassade aus späterer Zeit. Bemerkenswert sind die erhaltenen Fresken aus dem 12. Jahrhundert sowie Ergänzungen von Michail Wrubel aus dem 19. Jahrhundert – einem der bedeutendsten russisch-ukrainischen Symbolisten. Das Ensemble steht heute unter Denkmalschutz und ist Teil des UNESCO-Welterbes der historischen Stätten Kiews.
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