Markusplatz
Venedig
Wissen
Venedig in der norditalienischen Lagune birgt eine bemerkenswerte Dichte an Orten des Wissens und der Kultur. Die Biblioteca Nazionale Marciana am Piazza San Marco zählt zu den bedeutendsten Bibliotheken Italiens, während die Fondazione Giorgio Cini auf der Insel San Giorgio Maggiore Forschung und Kunst vereint. Das Casa di Carlo Goldoni erinnert an den Dramatiker, der das venezianische Theater prägte. Dazu gesellen sich die Cappella Ovetari, das mittelalterliche Ca' Loredan und das imposante Castello del Catajo. Kirchen wie Sant'Eufemia und Santa Maria delle Penitenti sowie die ungewöhnliche Lokomotiv-Ausstellung „Signorina" vervollständigen ein vielschichtiges Bild der Stadt.
12 Orte · Venedig, Italien · Redaktionell kuratiert
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Die Biblioteca Nazionale Marciana – Nationalmarkusbibliothek – ist eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken Italiens und eine der bedeutendsten Sammlungen griechischer, lateinischer und orientalischer Handschriften weltweit. Ihren Ursprung nahm sie 1468 mit der Schenkung des Kardinals Bessarion, der der Stadt Venedig seine umfangreiche Manuskriptsammlung vermachte. Das Gebäude am südlichen Rand des Markusplatzes wurde von Jacopo Sansovino entworfen und gilt als Meisterwerk der venezianischen Renaissance. Heute ist die Marciana die einzige Institution, die noch aus der Zeit der Republik Venedig besteht.
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Die Casa di Carlo Goldoni ist das Geburtshaus und heutige Museum des venezianischen Dramatikers Carlo Goldoni (1707–1793), der die Commedia dell'arte reformierte und das moderne europäische Lustspiel mitprägte. Das kleine Palazzetto im Sestiere San Polo beherbergt seit 1931 ein Museum und eine Bibliothek für Theaterstudien. Besucher können historische Kostüme, Bühnenmodelle und Dokumente aus Goldonis Schaffen besichtigen sowie das charakteristische venezianische Innentreppenhaus des Gebäudes erleben. Goldonis Stücke — etwa „Die Kameliendame" oder „Il Servitore di due padroni" — gehören bis heute zum Standardrepertoire europäischer Bühnen.
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Santa Maria delle Penitenti ist ein Kirchenkomplex am Canale di Cannaregio, der ab 1730 als Zufluchtsstätte für Frauen errichtet wurde, die das Prostituiertenmilieu verlassen wollten. Die Einrichtung, von Zeitgenossen oft als Konservatorium bezeichnet, bot diesen Frauen Unterkunft, Arbeit und religiöse Begleitung. Nach der Auflösung des Klosters 1797 diente das Hospiz über Jahrhunderte zunächst älteren Frauen, nach 1945 auch Flüchtlingen aus istrianischen und dalmatinischen Gebieten, heute pflegebedürftigen Personen. Das Gebäude blickt auf den Canale di Cannaregio und steht für ein Kapitel venezianischer Stadtgeschichte, das weit über Kunst und Architektur hinausgeht.
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Die Kirche Sant'Eufemia zählt zu den ältesten Gotteshäusern Venedigs – ihre Wurzeln reichen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Sie liegt auf der Insel Giudecca, einem ruhigeren Stadtteil jenseits des Giudecca-Kanals, abseits der touristischen Hauptströme. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Eine Inschrift belegt, dass das Bauwerk 1733 grundlegend wiederhergestellt wurde, zuletzt wurde es 2012 erneut restauriert. Bemerkenswert ist ein Reliquienschrein mit den Überresten der heiligen Euphemia, die im frühen Christentum als Märtyrerin verehrt wurde. Heute ist die Kirche ein stiller Ort inmitten des lebendigen Giudecca-Alltags – wenige Schritte vom Kanal entfernt, kaum von Reisegruppen besucht.
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Die Fondazione Giorgio Cini wurde am 20. April 1951 von dem Industriellen und Politiker Vittorio Cini auf der Insel San Giorgio Maggiore in Venedig gegruendet - als Gedenkstiftung fuer seinen Sohn Giorgio, der 1949 bei einem Flugzeugabsturz in der Naehe von Cannes ums Leben kam. Die Stiftung betreibt auf dem ehemaligen Benediktinerkomplex der Insel ein international anerkanntes Forschungs- und Kulturzentrum mit Bibliothek, Archiven und Ausstellungsraeumen. Regelmaessige Konferenzen, Konzerte und wissenschaftliche Projekte zu venezianischer Geschichte und Kunst praegen das Programm.
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Die Locomotiva 625.091 ist ein erhaltenes Exemplar der italienischen Baureihe FS 625, einer Schlepptender-Dampflokomotive für leichte Schnell- und Personenzüge der Ferrovie dello Stato Italiane. Die Baureihe 625 wurde als Heißdampfvariante der älteren Nassdampf-Verbundlokomotiven der Reihe 600 entwickelt und war für ihre elegante Erscheinung bekannt – der Volksmund nannte sie liebevoll „Signorine" (Fräuleins). Die Lokomotive steht heute als Exponat und erinnert an die frühe Blütezeit des italienischen Eisenbahnwesens im frühen 20. Jahrhundert.
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